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Gestickte Narrative aus Afghanistan und der Diaspora

Wie lassen sich Erinnerungen bewahren, wenn Heimat verloren geht? Welche Geschichten schreiben sich in textile Oberflächen ein, wenn Erfahrungen von Migration, Exil und kultureller Transformation sichtbar werden?


Die Ausstellung „Verbindende Fäden“ untersucht Stickerei als kulturelle Praxis, als Trägerin von Wissen und als Medium kollektiver Erinnerung innerhalb afghanischer Diasporakontexte.


Im Zentrum stehen bestickte Textilien, textile Objekte und narrative Fragmente, die sich zwischen persönlicher Erfahrung und kulturellem Archiv bewegen. Die Arbeiten eröffnen Perspektiven auf Formen weiblicher Wissensweitergabe und auf textile Traditionen, die unter Bedingungen von Migration neue Bedeutungen annehmen.


In Afghanistan ist Stickerei weit mehr als ornamentale Gestaltung. Muster, Farbkompositionen und textile Techniken fungieren seit Generationen als Formen kultureller Codierung, sozialer Zugehörigkeit und familiärer Erinnerung. Im Kontext von Exil und Diaspora verschieben sich diese Funktionen: Textile Praktiken werden zu Orten der Selbstverortung, zu Ausdrucksformen von Verlust und Kontinuität sowie zu Medien kultureller Selbstbehauptung innerhalb transnationaler Lebensrealitäten.


Die Ausstellung verbindet künstlerische, biografische und kulturhistorische Perspektiven und fragt nach der Rolle materieller Kultur in Prozessen von Erinnerung, Identitätsbildung und Migration. Textile Arbeiten und erzählte Erfahrungen machen dabei sichtbar, was in offiziellen Narrativen häufig ausgeblendet bleibt: die leisen, alltäglichen Formen des Bewahrens, Weitergebens und Neuformulierens kultureller Zugehörigkeit.


Kuratorisches Team


Die Ausstellung wird kuratiert von Dr. Melanie Krebs und Azita Ibrahimi.


Azita Ibrahimi ist Künstlerin und Kunsthistorikerin aus Herat, Afghanistan, und promoviert am Zentralasien-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin zu Transformationsprozessen afghanischer Stickerei, insbesondere im Kontext afghanischer Communities in Deutschland. Ihre wissenschaftliche und künstlerische Praxis prägt die Ausstellung in besonderer Weise und verbindet Fragen materieller Kultur mit gegenwärtigen Debatten zu Diaspora, Erinnerung und transkulturellen Ästhetiken.


Melanie Krebs ist Kuratorin für das Fachreferat Nordafrika, West- und Zentralasien am Ethnologischen Museum. Ihre Schwerpunkte sind materielle Kultur, Identität und Globalisierungsprozesse vor allem in Zentralasien.


Muslimische Kulturwoche 2026

„Verbindende Fäden“ steht in thematischer Verbindung zur Muslimischen Kulturwoche 2026 und ist im Untergeschoss des Forschungscampus Dahlem zu sehen.


Eröffnung am 26. September 2026

Am Eröffnungstag lädt der Forschungscampus Dahlem ab 18 Uhr außerdem zu einem zentralasiatischen Nachmittag im Rahmen der Muslimischen Kulturwoche ein – mit Kulturprogramm, Begegnungen und Einblicken in textile Traditionen Zentralasiens.


  • Eine Sonderausstellung des Forschungscampus Dahlem der Staatlichen Museen zu Berlin
Zusätzliche Informationen

Öffnungszeiten:

  • Montag, geschlossen
  • Dienstag, geschlossen
  • Mittwoch, geschlossen
  • Donnerstag, 14 bis 20 Uhr
  • Freitag, geschlossen
  • Samstag, geschlossen
  • Sonntag, 11 bis 18 Uhr

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