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In jenem unaufgelöst auseinanderdriftenden Tristan-Akkord soll der Schlüssel zur musikalischen Moderne liegen: Richard Wagners epochales Musikdrama Tristan und Isolde greift die Idee unstillbaren Verlangens aus dem hochmittelalterlichen Codex Menasse auf – und treibt sie ins Transzendentale.

Verkompliziert durch einen Liebestrank und ungebrochen im Liebestod spannen sich die Fasern des musikalischen Gewebes.

Das Vorspiel erlangte auch durch Lars von Triers Film Melancholia Berühmtheit, in dessen Sog ein übergroßer Mond auf die Erde zurast. Dieses Bild hätte Olivier Messiaen gewiss gefallen, auch wenn seine Arbeit am Tristan-Thema fernab von Wagners Klangkosmos existiert.

Turangalîla, zentraler Teil von Messiaens Tristan-Trilogie, ist ein Neologismus aus dem Sanskrit und verbindet «turanga» – die Zeit, die rennt wie ein galoppierendes Pferd – mit «lîla», dem kosmischen Spiel.

Analyseversuche seiner einzigen Sinfonie in zehn Sätzen füllen ganze Bücher. Messiaen begnügte sich mit der Auskunft: «Dieses Werk ist ein Liebesgesang. Ich halte es nicht für notwendig, weitere Erklärungen abzugeben.»

Maxime Pascal, Principal Guest Conductor der Deutschen Oper Berlin, dirigierte im Sommer 2026 in Salzburg Messiaens einzige Oper Saint François d’Assise; nun setzt er seine Auseinandersetzung mit diesem Komponisten fort.

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