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Schwarze Leute – Reclaiming Memories ist eine späte Akteneinsicht. Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg kamen im Nachkriegsdeutschland afrodeutsche Kinder zur Welt: Kinder von weißen deutschen Frauen und Schwarzen Soldaten der US-Armee.


Politiker:innen und Behörden erklärten diese Kinder zum Problem und sorgten dafür, dass viele von ihnen nicht in ihren Familien aufwuchsen, sondern in Heimen untergebracht oder ins Ausland geschickt wurden.


Viele dieser Lebensgeschichten begannen in West-Berlin, aber auch in Frankfurt am Main, Mannheim, Stuttgart – überall im amerikanischen Einflussgebiet. Erforscht ist dieser Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte bis heute kaum.


Was in Unauthorized und Unverschämt (Sophiensæle, 2024) als biografische Recherche begann, weiten Simone Dede Ayivi & Kompliz*innen jetzt zu einer Untersuchung von institutionellem Rassismus in der jungen Bundesrepublik aus. Wie war so etwas nach dem Ende des Nationalsozialismus möglich – und wie finden wir eine Sprache, die Betroffene schont, aber mit einer weitgehend gleichgültigen Gesellschaft schonungslos ins Gericht geht?


Schwarze Leute fragt nach dem gegenwärtigen Umgang mit der Geschichte bürokratischer Gewalt: nach fehlender Transparenz, institutioneller Trägheit und emotionaler Belastung derer, denen auch nach Jahrzehnten keine Akteneinsicht gewährt wird.


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