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Die diesjährige Retrospektive des achtung berlin filmfestival beleuchtet die rechte Gewalt der sogenannten Baseballschlägerjahre der Nachwendezeit und zeigt die beunruhigenden Entwicklungslinien rechter Radikalisierung bis in die Gegenwart. Die Retrospektive findet vom 16.- 20. April 2026 im Lichtblick-Kino statt.

  • Neun ausgewählte Filme und eine Vielfalt filmischen Erzählens
  • Gespräche mit Filmemacher:innen wie Andreas Voigt, Roland Steiner und Aysun Bademsoy sowie eine zentrale Paneldiskussion

In den vergangenen Jahren hat sich das politische Klima in vielen westlichen Gesellschaften deutlich verschoben. Nationalistische und rechtspopulistische Positionen sind längst im Mainstream angekommen – in den USA, in Europa und auch in Deutschland. Gleichzeitig nehmen rechtsextrem motivierte Straftaten zu und gewaltbereite Gruppen treten selbstbewusster auf.

Fachleute warnen bereits vor einer Rückkehr der Gewalt der sogenannten Baseballschlägerjahre.

Vor diesem Hintergrund widmet sich die von der Filmemacherin und Kuratorin Ina Borrmann zusammengestellte filmhistorische Retrospektive des Festivals einem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte: der Welle rechter Gewalt in den 1990er Jahren. Die Retrospektive bringt dazu neun Filme unterschiedlicher Erzählweisen miteinander ins Gespräch, die diese Phase und auch die Entwicklungslinien rechter Radikalisierung bis in die Gegenwart sichtbar machen.

Den Ausgangspunkt bilden drei Dokumentarfilme. Während sich die Filme “Glaube, Liebe, Hoffnung” von Andreas Voigt und “Stau” von Thomas Heise explizit mit rechtsextremen Milieus beschäftigen, gibt der Filmemacher Roland Steiner in seinem Film “Unsere Kinder” (DDR 1989) erstmals Jugendlichen eine Stimme, die keinen Platz in der DDR fanden: Skinheads, Punks und Grufties. Die Jugendlichen sprechen über ihre Lebensrealität, ihre Perspektivlosigkeit und ihren Widerstand gegen gesellschaftliche Normen.

Die Filmauswahl spannt einen Bogen von diesen frühen drei Dokumentarfilmen der Wende- und Nachwendezeit der 1990er Jahre über fiktionale Arbeiten um die Jahrtausendwende bis zu aktuelleren Produktionen, die rechte Ideologien und ihre Folgen bis in die Gegenwart nachzeichnen.

Alle Filme der Filmreihe werden von Gesprächen mit den Filmemacher:innen begleitet, bei denen der Austausch mit dem Publikum im Zentrum stehen soll. Dabei geht es dann bpsw. auch um die Frage, wie sich komplexe politische und historische Zusammenhänge filmisch so erzählen lassen, dass sie analytisch präzise und zugleich emotional zugänglich sind.

Darüber hinaus wird es am Sonntag, den 19.4. um 15 Uhr im Lichtblick-Kino ein Panel mit Expert:innen geben, das viele von der Filmreihe aufgeworfene Fragen vertiefen soll.

Zusätzliche Informationen
Termine
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