Direkt zum Inhalt
Top-Veranstaltung

Mit Maurizio Cattelan wird einer der einflussreichsten Positionen der Gegenwartskunst mit dem Preis der Nationalgalerie 2026 geehrt. Erstmals ist Cattelan nun also in der Berliner Preisträgerausstellung mit einer Einzelausstellung in Deutschland vertreten. Seine Werke, die sich zwischen Skulptur, Installation und konzeptueller Praxis bewegen, sind geprägt von scharfem Humor, bitterem Ernst und einer tiefgehenden Reflexion gesellschaftlicher Strukturen.


Die Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie wird zur Berlin Art Week im September 2026 in der Neuen Nationalgalerie eröffnet.

Seit den frühen 1990er-Jahren zählt Maurizio Cattelan (*1960, Padua) zu den prägenden Stimmen der internationalen Kunst.
Seine ikonischen Werke – darunter La Nona Ora (1999), eine von einem Meteoriten getroffene Figur Papst Johannes Pauls II., Him (2001), ein betender Schuljunge mit dem Gesicht Adolf Hitlers oder Untitled (2003), eine animatronische Skulptur, die auf dem Protagonisten des Romans Die Blechtrommel von Günter Grass verweist – zeigen, wie Cattelan das Potenzial des Schocks, der Irritation und der moralischen Ambivalenz nutzt, um zentrale Fragen unserer Zeit aufzuwerfen: nach Schuld, Verantwortung, Macht und kollektiven Traumata.

Cattelans künstlerische Praxis ist durchzogen von einer Ästhetik des „comic existentialism“ – einer Verbindung aus Humor und Tragik, Ironie und Tiefsinn, die seine Arbeiten zugleich zugänglich und verstörend erscheinen lassen.

Seine Werke laden dazu ein, Geschichte nicht als abgeschlossenes Narrativ zu verstehen, sondern als etwas, das immer wieder neu verhandelt werden muss: kritisch, provokant und zugleich poetisch. Seine ironische Infragestellung von Autorität und „Wahrheit“ ist von gegenwärtiger Dringlichkeit.
In Momenten, in denen Institutionen – Museen, Politik, Medien – ihre Rolle und Glaubwürdigkeit neu definieren, richtet er den Blick auf Machtverhältnisse innerhalb und außerhalb des Kunstsystems, ohne moralisch zu urteilen. Seine Kunst eröffnet Räume für Ambivalenz und widersetzt sich einfachen Positionierungen.

Gerade im deutschen Kontext, in dem Formen des Erinnerns aktuell neu ausgehandelt werden, gewinnen Cattelans Arbeiten besondere Aktualität. Seine ikonischen Gesten, die zwischen Überzeichnung, Ironie und Schmerz changieren, hinterfragen Rituale des Gedenkens und eröffnen neue Sichtweisen auf gesellschaftliche Debatten. In einer Zeit zunehmender politischer Polarisierung entfaltet sein subversiver Humor eine befreiende Kraft: Provokation erscheint hier nicht als Zynismus, sondern als Form des Widerstands und der konstruktiven Reflexion.

Mit der Ausstellung kehrt Maurizio Cattelan nach Berlin zurück, wo er 2006 die 4. Berlin Biennale mitkuratierte.
Die Neue Nationalgalerie, mit ihrem ikonischen Bau von Mies van der Rohe, bietet einen idealen Rahmen für diese Ausstellung.
Als Ort zwischen Moderne und Gegenwart wird sie zur Bühne für Cattelans vielschichtiges Werk – als Spiegel, Kommentar und Störmoment unserer Zeit.

Die Ausstellung wird kuratiert von Lisa Botti, Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie, mit Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, und ermöglicht durch die FREUNDE der Nationalgalerie.

  • Eine Sonderausstellung der Neuen Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Ticket kaufen

Zusätzliche Informationen
Termine
September 2026
MoDiMiDoFrSaSo
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30