8. Tag der Provenienzforschung
Anlässlich des Internationalen Tages der Provenienzforschung lädt der Forschungscampus Dahlem ein, gemeinsam in aktuelle Projekte und Diskurse der Postkolonialen Provenienzforschung zu den Sammlungen im Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst einzutauchen.
In zwei Workshops könnt ihr euch mit konkreten Themen auseinandersetzen: Was erzählen Matten vom Lamu-Archipel in Kenia über verwobene Geschichte(n)? Und wie forscht man an menschlichen Überresten im Ethnologischen Museum?
Gemeinsam gehen Sie Fragen nach der Herkunft und Bedeutung historischer Sammlungen nach – und danach, was Museen und koloniale Archive dokumentieren und was sie verschweigen.
Im offenen Gesprächsformat „Frag die Provenienzforschenden" bietet sich anschließend Raum, um tiefer in die Herausforderungen der Sammlungsgeschichten, Fragen musealer Verantwortung und Transparenz sowie mögliche Zukünfte kooperativer Forschungsansätze einzusteigen – direkt im Gespräch mit den Forschenden vor Ort.
Workshop 1 | Provenienzforschung zu menschlichen Überresten im Ethnologischen MuseumMit Ilja Labischinski
14:30 bis 15:30 Uhr
In den Sammlungen des Ethnologischen Museums Berlin befinden sich mehrere Tausend menschliche Überreste. Sie gelangten im Kontext einer rassistischen Wissenschafts- und Sammlungspraxis des 19. Jahrhunderts in die Museen. Wie geht man heute damit um? Und wie kann Provenienzforschung hier überhaupt aussehen? Im Workshop werden exemplarische Einblicke in die laufende Forschungsarbeit gegeben. Anhand konkreter Fallbeispiele wird deutlich, vor welchen Herausforderungen die Forschung steht – methodisch wie ethisch. Gemeinsam wollen wir auch darüber sprechen, was Repatriierung bedeutet und welche Rolle Herkunftsgesellschaften in diesen Prozessen spielen.
Kostenfrei. Keine Vorkenntnisse erforderlich.
Begrenzte Teilnehmer:innenzahl. Online-Anmeldung empfohlen.
Workshop 2 | Sprechende Matten – verwobene Geschichten im Ethnologischen MuseumMit Sophia Bokop
17:00 bis 18:00 Uhr
Matten, in die Gedichte und die Namen von Kolonialakteuren eingewoben sind? Davon erzählt die Forschung zu einer Sammlung von Matten vom Lamu-Archipel an der nördlichen Küste Kenias. Heute in den Sammlungen des Ethnologischen Museums verwahrt, sind sie in der Zeit europäischer und deutscher kolonialen Bestrebungen und politischer Umbrüche in Lamu und dem gegenüberliegenden Festland entstanden.
Der Workshop gewährtEinblicke in die laufende Forschungsarbeit rund um diese außergewöhnlichen Matten: Wie nähert man sich ihrer Herkunft und Bedeutung? Welche Spuren hinterlässt koloniale Geschichte in den Archiven – und was bleibt unsichtbar? Neben dem Einblick in die Provenienzforschungspraxis könnt ihr selbst aktiv werden: Anhand von Drucken historischer Matten und ausgewählten Beispielen aus dem musealen Archiv lässt sich erspüren, was in ihren Mustern steckt – Geschichten, Beziehungen, Lebensphasen.
Kostenfrei. Keine Vorkenntnisse erforderlich.
Begrenzte Teilnehmer:innenzahl. Online-Anmeldung empfohlen.
Gespräch | Frag die ProvenienzforschendenMit Sophia Bokop, Ilja Labischinski, Sonja Mohr
15:30 bis 16:30 Uhr
18:30 bis 19:30 Uhr
Welche Geschichten stecken hinter den Dingen in Museen? Wer hat es an das Museum gegeben, unter welchen Umständen – und was bedeutet das heute? Jeweils im Anschluss an die Workshops finden die offenen Gesprächsangebote „Frag die Provenienzforschenden – Ask the Provenance Researcher“ statt. Ob ihr neugierig auf konkrete Objekte und ihre Geschichten seid, mehr über die Arbeit in den Archiven und Sammlungen des Ethnologischen Museums erfahren möchtet oder wissen wollt, wie Museen heute mit ihrer kolonialen Vergangenheit umgehen – hier ist Raum für alle Fragen. Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Kostenfrei. Keine Vorkenntnisse erforderlich.
Zusätzliche Informationen
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