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Sgraffito

Peter Burchia, geboren 1994 in Bozen, ist Maler und Musiker, der sich bereits in seiner Kindheit als Autodidakt der Kunst zuwandte. Parallel zu
seinem bildnerischen Schaffen entwickelte er eine enge Beziehung zur
Volksmusik, sowohl als Solist als auch als Mitglied verschiedener Gruppen,
darunter Shanti Powa. Diese Mehrdimensionalität prägt auch seine künstlerische
Sprache.



Burchias Malerei ist gekennzeichnet durch scharfe grafische Zeichen, sehr persönliche textuelle und numerische Akronyme, expressive Verformungen sowie intensive Farbkontraste. Er kombiniert unterschiedliche Techniken und Materialien, die häufig aus dem Alltag oder sogar aus Abfallmaterialien stammen. In dieser rohen, direkten und teils entweihenden Haltung zeigt sein Werk deutliche Bezüge zum expressionistischen Erbe sowie zu experimentellen Strömungen wie Dadaismus, Art Brut, Cobra und Fluxus. Auch die biografischen und existenziellen Ansätze des Informel finden darin Widerhall.

Eine zentrale Rolle in Burchias Schaffensprozess spielt das Prinzip des surrealistischen Automatismus, das sich in der tagebuchartigen, seriellen und wirbelnden Entstehungsweise seiner Bildzyklen und Radierungen manifestiert. Zudem weist seine Malerei eine enge Verwandtschaft zur Graffiti-Kunst auf, deren Techniken, Materialien und visuelle Sprachen er teilt und weiterentwickelt.

Besondere Bedeutung kommt seinen jüngsten Arbeiten auf architektonischem Maßstab zu. In seinen Wandmalereien experimentiert Burchia mit der uralten Technik des Sgraffito, bei der durch das Freikratzen von Farbschichten Tiefe, Textur und eine unmittelbare körperliche Präsenz der Bilder entstehen.


Die Ausstellung in Berlin markiert das erste Mal, dass Peter Burchia seine Arbeiten in der deutschen Hauptstadt präsentiert.
Er zeigt dort unter anderem neue Sgraffito-Arbeiten sowie Werke für ein Triptychon, das er eigens anlässlich der veranstaltungsreichen Reihe „Kultur gegen das Vergessen“ geschaffen hat. Mit dieser Präsentation erweitert Burchia nicht nur seinen geografischen Wirkungsraum, sondern setzt zugleich ein künstlerisches Zeichen gegen das Vergessen und für das kollektive Gedächtnis.

Als wichtiger künstlerischer und kultureller Impulsgeber der Provinz Südtirol hat Peter Burchia bereits an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen und prägt mit seinem experimentellen, interdisziplinären Ansatz die zeitgenössische Kunstszene nachhaltig.


  • Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 21.1.26, 19 Uhr
  • Do - So, Terminvereinbarung
  • Ausstellung bis Ende Mai

Zusätzliche Informationen
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