Ich schwimme einen Weg zwischen den Schichten der Traumwelt
Im Tanz habe ich mich mit der Schaffung von Choreografien und Partituren beschäftigt, die sich mit den Zuständen zwischen dem träumenden und dem wachen Körper befassen. – Lynne Scharf, Künstlerin
Wie beeinflusst die lebendige Welt unserer Träume unseren Alltag? In der Fotografie spielt Sie mit der Idee, dass das Festhalten eines Augenblicks, einer Erinnerung, auch als Traum interpretiert werden kann.
Dieses Medium eröffnet jedoch einen archivarischen Zugang zur Welt der Erinnerungen und Träume. Wie verändern oder verfallen unsere Versionen der Vergangenheit, wenn wir sie durch ein Foto betrachten? Versetzt sich unser Körper zurück in die Empfindungen dieses Tages? Werden wir sofort in die Konkretheit und Gegenwärtigkeit dieses Moments zurückversetzt oder erleben wir in gewisser Weise einen Traum erneut? Wo treffen die Grenzen der Traumwelt, der Erinnerung und der gegenwärtigen Empfindungen aufeinander? Und sagen unsere Träume oder Fotos die Zukunft voraus?
Der verbindende Punkt und Ausgangspunkt von Lynne Trues ONIRIA ist die Reise durch die Schichten der eigenen Traumwelt. Hier nähert sich die Künstlerin dem Thema aus der Perspektive, dass die Traumwelt ein Teil der Realität ist, ein verwobenes Spektrum aus Erinnerungen, Gefühlen, körperlichen Eindrücken und möglichen Vorahnungen dessen, was die Zukunft bereithält. Die Fotografie als Medium wirft ein Paradoxon ihrer eigenen Fähigkeit auf – den gelebten Moment in der Zeit einzufrieren und gleichzeitig Abstraktion zuzulassen, wodurch der Betrachter das Werk aus beiden Perspektiven betrachten kann.
Die nichtlineare Erzählung, die durch das Zusammenspiel von Farbfotografie und Schwarz-Weiß-Fotografie entsteht, spiegelt die vielschichtige Struktur der Traumwelt wider – eine Struktur, die auf den ersten Blick klaren Darstellungs- oder Verhaltensmustern widersteht, ähnlich wie ein tatsächlicher Traum. Die Positionierung von ONIRIA im queeren Raum schlägt vor, einen Blick auf die Vielschichtigkeit des queeren Lebens selbst zu werfen, wirft aber auch die Frage auf, wie wir queere Kunst heute verstehen. In diesem Zusammenhang schlägt True mit ONIRIA vor, sich von den offensichtlichen Bildern zu entfernen und eine Geschichte über einen traumähnlichen Prozess der Selbstwahrnehmung zu erzählen, in dem die Traumwelt nicht nur ein Thema ist, sondern eine Methodik zum Verständnis der Wahrheit und Realität eines Individuums.– Aleksander Zain, Kurator
Biografie
Lynne True Scharf ist eine Tänzerin und Fotografin aus New York. Sie schloss 2023 ihr Studium am Bennington College in Vermont mit einem BFA in Tanz und Musik ab und zog anschließend nach Berlin, um ihre kreativen Praktiken zu vertiefen und als freischaffende Künstlerin zu arbeiten. Sie nähert sich dem Tanz mit Neugier und Verspieltheit, schätzt die Präzision der Form, ohne sich daran zu binden, und findet durch Improvisation Kontraste und Befreiung. In ihrer Bewegungspraxis erforscht sie oft die Akustik des Körpers, den Atem und den Einsatz der Stimme und stimmt den Körper auf das Experimentieren als facettenreiches Instrument ein.Neben ihrer Performance-Praxis arbeitet True als Fotografin, die Bewegung und kreative Prozesse dokumentiert. Sie arbeitet mit Dance Photografilm und LAKE Studios zusammen, wo sie Fotografie, Dokumentation und Künstlerinterviews beisteuert und dabei eine Sensibilität einbringt, die durch ihre lebenslange Beziehung zum Tanz geprägt ist.
Eröffnung:
- Datum: 09. Januar 2026
- Uhrzeit: 18:00 Uhr
- Ort: Prince Peach, Prenzlauer Allee 208, 10405 Berlin
Zusätzliche Informationen
Prince Peach, Fröbelstraße 17, 10405 Berlin
Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr
Montag Geschlossen
Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr
Montag Geschlossen