Sonderausstellung im Berliner Dom
Regelmäßige Bachfeste gibt es jetzt seit 125 Jahren. Das erste fand 1901 in Berlin statt. Zum Jubiläum veranstaltet das Bachhaus Eisenach vom 12. März bis zum 3. Mai 2026 eine Kabinettausstellung im Berliner Dom.
1901 wagte die zu diesem Zweck gegründete „Neue Bachgesellschaft“ etwas völlig neues: die Veranstaltung regelmäßiger Bachfeste, die an unterschiedlichen Orten in Deutschland stattfinden sollten.
Feste, die einen bestimmten Musiker ehren, hatte es schon zuvor gegeben: für Beethoven, für Händel und auch für Bach. Doch es blieben einzelne Ereignisse. Ziel der Bachgesellschaft war es, kontinuierlich „Propaganda für Bach“ zu machen, und Räume zu schaffen, wo sich Musiker, Wissenschaftler und Publikum regelmäßig über Bachs Musik austauschen können.
Die Ausstellung des Bachhauses Eisenach im Berliner Dom erläutert die Bach-Wiederentdeckung um 1800 in Berlin und die Hintergründe der Bachfest-Idee, die Veranstaltungen zum Berliner Bachfest 1901 und die weiteren Berliner Bachfeste 1926, 1976 und 1991. Ebenso dargestellt werden der Einfluss der Bachfeste auf die Aufführungspraxis sowie die örtlichen Bachbewegungen und deren eigene, unabhängige Bachfeste, die nun zu sprießen begannen, so schon 1907 in Essen und 1908 in Leipzig. Zu allen Themen werden Original-Dokumente gezeigt.
Berlin wurde vom 21. bis zum 23. März 1901 zum Ort des ersten Bachfests. „Ohne Berlin hätten wir heute keinen Bach mehr“, sagte der Vorsitzende der Neuen Bachgesellschaft Hermann Kretzschmar zur Eröffnung. Er nahm Bezug auf die lange Bach-Tradition in Berlin, die mit der Bach-begeisterten Prinzessin Anna Amalia von Preußen und ihrer Anlage der weltweit größten Sammlung von Bach-Autographen begonnen hatte, auf die Pflege von Bachs Musik in den Berliner Salons, auf die Bach-Aufführungen in der Berliner Singakademie seit 1791, und auf die dortige erste Aufführung von Bachs Matthäus-Passion nach 100 Jahren am 11. März 1829 durch den gerade 20-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy: Er habe der „erstaunten Welt“ gezeigt, „dass der als Fugenschmied und Rechenmeister gefürchtete Bach ein Tondichter vom größten Maßstab war“, so Kretzschmar.
Die Neue Bachgesellschaft e.V. hat ihr Versprechen eingelöst und seit 1901 erst alle zwei Jahre, dann jährlich Bachfeste in ganz Deutschland gefeiert. Sie löste damit eine weltweite Bach-Bewegung aus, die schnell zur Gründung unabhängiger Bachfeste führte: 66 regelmäßige Bachfeste gibt es heute auf der Welt, in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Spanien, England, Russland, Finnland, Estland, der Ukraine, Moldawien, Polen, Ungarn, der Slowakei, Israel, Kanada, den USA, Paraguay und das größte seit 2015 in Malaysia. Die Neue Bachgesellschaft feiert 2026 ihr 100. Bachfest in Leipzig, das 101. folgt 2027 in Eisenach.
Die Berliner Kabinettausstellung ist eine Vorschau auf die Sonderausstellung „125 Jahre Bachfeste – 100 Bachfeste“ in Eisenach ab dem 4. Juni 2026.
Kabinettausstellung im Berliner Dom:
- 12.03.-03.05.2026
- „Ohne Berlin kein Bach“
- Berliner Dom
Zusätzliche Informationen
Öffnungszeiten des Berliner Doms:
Montag - Freitag: 9:00 - 19:00 Uhr
Samstag: 9:00 - 17:00 Uhr.
Sonntag und Feiertage: ab 12:00 Uhr geöffnet
Letzter Einlass: 60 Minuten vor Schließung
Montag - Freitag: 9:00 - 19:00 Uhr
Samstag: 9:00 - 17:00 Uhr.
Sonntag und Feiertage: ab 12:00 Uhr geöffnet
Letzter Einlass: 60 Minuten vor Schließung