Direkt zum Inhalt

maybe a tail is riding in the bus all day

Die Meerjungfrau ist eines der bekanntesten Mythenwesen und seit
Jahrhunderten Bestandteil verschiedenster Fabeln und Legenden: von den
Brasilianischen Iaras (Meeresmutter), den Njuzu aus Simbabwe bis zu den
hierzulande wohlbekannten Donau-Sirenen des Nibelungen-Epos.


Alle haben eines gemeinsam: Sie sind weibliche Ungeheuer, die zu schön aussehen oder singen und somit auf tödliche Weise verführerisch sind. Diese Figuren wurden nicht ohne pädagogische Absicht geschaffen: Die Meerjungfrau gab der Bedrohlichkeit des weiblichen Körpers und der Versuchung, die sie für den „heldenhaften Mann“ darstellte, Gestalt.

Mit Mermaiding I (Maybe a tail is driving in the bus all day) erklärt die Instalation die Meerjungfrauen-schwänze zu selbstständig Agierenden, die ihrer erlösungsbedürftigen einseitigen weiblichen Eleganz überdrüssig sind.

Ihre oberkörperlosen Schwänze klopfen eigene Rhythmen und nisten sich wie selbstverständlich in den historisch möblierten Wohnräumen und im Außenbereich von Schloss Britz ein. Meerjungfrauenschwänze aus Latex schlagen und streicheln sich gegenseitig im Jagdzimmer. Anderswo zucken rhythmisch die Schwänze aus Gobelin-Stoffen, die sich den Gründerzeit-Textilien im Schloss anpassen.

In der performativen Installation werden die Mischwesen zu spielenden Objekt-Subjekten, die sich ihrer Umwelt angleichen, sich ohne Scham beinahe beiläufig ausstellen, und so ihre schlichte moralische Funktion aufweichen.

Die Intervention wird ermöglicht durch eine Unterstützung des Fachbereichs Kultur Berlin-Neukölln aus Mitteln der Dezentralen Kulturarbeit.
Zusätzliche Informationen
Eintritt: 3 Euro, erm. 2 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei
Ermäßigung gilt für Schwerbeschädigte, Schüler, Studenten, sowie Inhaber eines Berlin-Passes.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
U7 Parchimer Allee
M44 Britzer Damm/Tempelhofer Weg
M46 Fulhamer Allee
Bus 181 Britzer Damm/Mohriner Allee
Teilnehmende Künstler:innen
Elisa Duca
Lisa Premke