Eon
Ihre eigenen Projekte schöpfen regelmäßig aus einer Vielzahl von Quellen und Inspirationen wie etwa Folk, Rock, Free Jazz, Ambient-Musik und Art-Pop, doch drängt sich zu keiner Zeit das Gefühl auf, dass sie wahllos unterschiedliche Elemente in einen Topf werfen würde. In den letzten acht Jahren war Wallace sowohl als Bandleaderin wie auch als Begleitmusikerin und Arrangeurin an einer Vielzahl von Projekten beteiligt.
Angesichts dieses Œuvres überrascht es keinesfalls, dass ihr neuestes, in Quintettformation umgesetztes Album Eon ein vergleichbar breites Spektrum abdeckt. Bereits ihre bisherigen Projekte als Bandleaderin waren vielversprechend, mit Eon jedoch erreicht Wallace ihren vorläufigen Zenit. So verlockend es sein mag, die verschiedenen Bestandteile dieses musikalischen Gesamtwerks auseinanderzunehmen: Nicht nur wäre dies ein aussichtsloses Unterfangen, auch würde es bedeuten, seinem eigentlichen Charakter nicht gerecht zu werden.
Wallace wird von einer fantastischen Band – bestehend aus der Saxofonistin Signe Emmeluth, die im Vorjahr ihr Projekt BANSHEE beim Jazzfest Berlin auf die Bühne brachte, dem Gitarristen Karl Bjorå, dem Cellisten Joel Ring und dem Schlagzeuger Martin Langlie – unterstützt und schafft wunderschöne Melodien, die sich durch stetig wandelnde Klanglandschaften winden. Da sind die luftigen Balladen mit ihren schwerelosen elektronischen Texturen und den unendlich einfallsreichen Gitarrenphrasen und Licks von Bjorå, die um die Stimme der Sängerin herumtänzeln. Andere Songs, wie etwa Atlas, erzeugen ein wildes, kratziges Getöse und lassen Langlie klingen, als würde er auf Altmetall eindreschen, während Emmeluth auf dem Altsaxofon jammt und Bjorå laute Phrasen und Läufe produziert, die sich in die ruppigen Beats einkuscheln. Ob sie ihre Texte nun flüstert oder sie doch hinausschreit: Wallace behält stets die Zügel in der Hand, während ihre Arrangements gekonnt die Schönheit der Texte mit diesem unbändigen Klangchaos ausbalancieren. Ihr Projekt Eon feiert beim diesjährigen Jazzfest Berlin seine Deutschlandpremiere.
Line-up
- Karoline Wallace – Stimme, Elektronik
- Signe Emmeluth – Altsaxofon, Flöte, Elektronik
- Karl Bjorå – Gitarre
- Joel Ring – Violoncello
- Martin Langlie – Schlagzeug, Banjo, Elektronik
Zusätzliche Informationen
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