Viele Initiativen zum Thema jüdisches Leben im Kulturbereich haben eine globale Ausrichtung. Künstler:innen jüdischer Herkunft werden oft nach historisch komplexen Krisen befragt; am besten sollen sie in wenigen Sätzen den Nahostkonflikt lösen. Der Abend will diese Ausrichtung kontrastieren und nach eher regionalen Bezügen im Schaffen von jüdischen und nicht-jüdischen Autor:innen fragen. Weißensee dient dabei als Exempel für andere regionale Orte jüdischen Lebens.
Es diskutieren Marina Frenk, Slata Roschal und Britta Wauer, und lesen aus ihren Werken. Zusätzlich werden Berührungen mit anderen Künsten, wie Film und Musik, aufgezeigt. Alexander Estis moderiert den Abend.
Britta Wauer, aufgewachsen am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte, ist Autorin und Regisseurin. Die Grimme-Preisträgerin produziert Dokumentarfilme für Kino, Ausstellungen und digitale Medien. Ihre Filme wie »Im Himmel, unter der Erde«, »Die Rapoports« und »Rabbi Wolff« wurden vielfach ausgezeichnet. 2005 gründete sie die Produktionsfirma Britzka Film. Von 2020 bis 2023 lehrte sie an der Hochschule Wismar als Professorin für »Zeitbasierte Medien: Filmisches Erzählen«. Ihr Dokumentarfilm »Im Himmel, unter der Erde« war der Auslöser für ihr Buch »Der Jüdische Friedhof Weißensee«, das 2010 erschienen ist.
Marina Frenk ist Schriftstellerin, Musikerin und Schauspielerin; sie wurde 1986 in der Republik Moldau geboren und emigrierte 1993 nach Deutschland. Ihr Hörspiel »Jenseits der Kastanien« wurde 2017 mit dem European’s Media Radio Prize ausgezeichnet. 2020 erschien ihr Debütroman »Ewig her und und gar nicht wahr«. 2024 wurde ihr Essay »Ein Versuch sich zu verabschieden« in der Anthologie »Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen« bei Rowohlt veröffentlicht. Sie ist Teil mehrerer Musikkollektive, die sich mit jüdischen Themen beschäftigen. Sie arbeitet an unterschiedlichen Theatern, für Film und Hörfunk.
Slata Roschal, 1992 in Sankt Petersburg geboren, ist Schriftstellerin. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, unter anderem den Kunstförderpreis des Freistaates Bayern und den BücherFrauen-Preis. Es erschienen Lyrikübersetzungen aus dem Russischen, Artikel und Rezensionen u. a. in FAZ, SZ und ND von ihr; zuletzt der Lyrikband »Ich brauche einen Waffenschein ein neues bitteres Parfüm ein Haus in dem mich keiner kennt« (2025) und der Roman »Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet« (2026).
Alexander Estis, 1986 in einer jüdischen Künstlerfamilie in Moskau geboren, ist Schriftsteller. Nach dem Studium lehrte er deutsche Sprache und Literatur an verschiedenen Universitäten. Seit 2016 lebt er in der Schweiz. Er schreibt u. a. für ZEIT, SZ und FAZ. Zuletzt erschien der Band »Am Anfang war Schmonzes. Jüdische Satiren« bei SATYR. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kurt-Tucholsky-Preis.
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