Diese Geschichte bildet den Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit der Frage, was zurückgehalten wird, was entweichen kann und was sich trotz bestehender Kontrollsysteme weiterbewegt.
Im Rahmen der Berlin Art Week präsentieren Friedrich Andreoni und Pharaz Azimi neue, ortsspezifische Arbeiten, die erstmals gezeigt werden. Ihre Werke beschäftigen sich mit menschlichen Erfahrungen zwischen Erinnerung und Fortschritt, Freiheit und Kontrolle, Bewegung und Begrenzung. Dabei wird auch die Geschichte des Ortes selbst einbezogen, der entlang der ehemaligen Berliner Mauer liegt.
Friedrich Andreoni verbindet in seiner Arbeit Sound, Skulptur, Zeichnung, Installation, Performance und Video. Für die Ausstellung entstand „I don’t wanna meet the King“ (2026): Eine Gruppe scheinbar rastlos kreisender Papageien wird von einem intensiven Sound begleitet. Ihr Flug vermittelt zunächst ein Gefühl von Freiheit, bleibt jedoch in einer endlosen Wiederholung gefangen. Weitere skulpturale und akustische Arbeiten führen hinab in den ehemaligen Tresorraum und verwandeln ihn in einen Ort zwischen Bewegung, Stille und Kontrolle.
Auch die Arbeiten von Pharaz Azimi beschäftigen sich mit alltäglichen Gegenständen und den Systemen, die unser Leben prägen. Vertraute Objekte werden verändert und mit persönlichen Erinnerungen und gesellschaftlichen Erfahrungen verbunden. Teilweise verborgen in Ecken und Zwischenräumen des Ausstellungsortes, erschließen sich die Arbeiten erst bei genauer Betrachtung. Besonders auffällig sind farbenfrohe Schwämme mit scheinbar freundlichen Gesichtern, die auf ironische Weise das verbergen, was sie aufnehmen – und damit auf ungelöste persönliche und gesellschaftliche Wahrheiten verweisen.
Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Gegenwart, die sich nicht einfach als lineare Entwicklung verstehen lässt. „If There Is Tension“ beschäftigt sich mit Brüchen, Unsicherheit und gegensätzlichen Kräften und fragt danach, wie mit diesen Spannungen gelebt werden kann.
Als gedanklicher Bezugspunkt dient Walter Benjamins „Über den Begriff der Geschichte“, entstanden 1940. Seine Vorstellung von Geschichte als Abfolge von Brüchen und Widersprüchen prägt die Ausstellung ebenso wie die Frage, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden bleiben.
„If There Is Tension“ bietet keine einfachen Antworten oder Auflösungen. Vielmehr lädt die Ausstellung dazu ein, Spannung auszuhalten, genauer hinzusehen und darüber nachzudenken, wie sich ein Leben innerhalb solcher Widersprüche gestalten lässt.
Zusätzliche Informationen
Eröffnung am 11. September 2026
18:00–22:00 Uhr
Performance-Reihe am 12. September 2026
19:00–21:00 Uhr
Finissage \\ Dichterlesung am 17. September
18:00–21:00 Uhr
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
1
|
2
|
3
|
4
|
5
|
6
| |
7
|
8
|
9
|
10
|
11
|
12
|
13
|
14
|
15
|
16
|
17
|
18
|
19
|
20
|
21
|
22
|
23
|
24
|
25
|
26
|
27
|
28
|
29
|
30
|

