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If the Berlin Wind Blows My Flag nimmt anhand der Geschichte
des Berliner Künstlerprogramms des DAAD die künstlerischen Szenen in
West-Berlin vor dem Mauerfall in den Blick. Im Rahmen des
Residenzprogramms wurden ab 1963 internationale Kulturschaffende in die
Stadt eingeladen, um West-Berlin vor der „kulturellen Isolation“ zu
bewahren.


Eine Ausstellung in drei Kapiteln – im n.b.k., in der daadgalerie und in der Galerie im Körnerpark – sowie Veranstaltungen in der Akademie der Künste beleuchten die Rolle, die das Programm für die Herausbildung und Vernetzung künstlerischer Praktiken während des Kalten Krieges hatte und befragen seine kulturpolitische Ausrichtung.

Im Vordergrund stehen dabei die Aktivitäten des Berliner Künstlerprogramms, welches vor 60 Jahren von der US-amerikanischen Ford Foundation gegründet und ab 1965 durch den DAAD weiterbetrieben wurde, insbesondere im Hinblick auf die politisch motivierten Hintergründe der angestrebten Internationalisierung der West-Berliner Kunstszene.

Die Ausstellung im n.b.k. legt den Fokus auf künstlerische Formen und Positionen im Berlin der 1970er und 1980er Jahre, die im Dialog mit zeitgenössischen Künstler*innen (Ieva Epnere, Kasia Fudakowski, Isaac Chong Wai) präsentiert werden. 
Anhand von historischen Projekten im öffentlichen Raum (wie ADA – Aktionen der Avantgarde und Hotel Room Event oder Aktionen von Daniel Buren, Endre Tót, Milan Knížák), Werken des West-Berliner Kritischen Realismus (Bettina von Arnim, Maina-Miriam Munsky) und der Malerei Maija Tabakas aus der ehemaligen UdSSR, oder dem internationalen Netzwerk um die EP Galerie von Jürgen Schweinebraden in Ost-Berlin wird das Zusammenspiel der künstlerischen Bewegungen innerhalb und jenseits der Grenzen der geteilten Stadt nachgezeichnet.

In der daadgalerie steht die Befragung der Entstehungsgeschichte und des kulturpolitischen Auftrags des Berliner Künstlerprogramms in seinen ersten zehn Jahren im Vordergrund.
Anhand historischer Werke (u. a. von KP Brehmer, Wojciech Fangor, George Rickey, Bridget Riley und Emilio Vedova) sowie Neuproduktionen mit Bezug auf Dokumente und Ephemera aus dem Archiv des Programms [u. a. von Contemporary And (C&) und Sonya Schönberger] werden künstlerische Netzwerke erschlossen und etablierte institutionelle Erzählungen neu verhandelt.

In der Galerie im Körnerpark spürt die erste Einzelausstellung von Agnes Denes in Deutschland seit 1978 mit dem Titel Agnes Denes. Early Work jenen Ideen nach, die sie für ein nie zustande gekommenes Stipendium des Berliner Künstlerprogramms entwickelt hatte.
Neben einer neu konzipierten Wandarbeit werden frühe fotografische und zeichnerische Werke aus den 1970er und 1980er Jahren gezeigt, die Denes künstlerisches Programm bis heute prägen und sich mit Fragen von Wissenschaft, Ökologie und Körperpolitik auseinandersetzen.

Zwei Veranstaltungstage in der Akademie der Künste widmen sich der interdisziplinären Ausrichtung des Berliner Künstlerprogramms und der engen Zusammenarbeit beider Institutionen seit ihrer Gründung.
Zum einen stehen filmische Werke und künstlerische Arbeiten im Fokus, die in den 1970er Jahren entstanden sind und West-Berlin als Lebensort und geteilte Stadt aus der Perspektive der Stipendiat*innen (u. a. Marcel Broodthaers, Daniel Buren, Safi Faye, Edward Kienholz) reflektieren. Zum anderen wird das in der AdK angesiedelte Elektroakustische Studio, das seine Ursprünge im Ost-Berliner Labor für Akustisch-Musikalische Grenzprobleme hat, anhand des Werks von Frederic Rzewski, einem der ersten Fellows, und zeitgenössischen Sound-Künstler*innen (Clara Maïda, Karen Power) thematisiert.

Filme von Stipendiat:innen und weiteren Künstler:innen werden bei zwei Filmvorführungen im öffentlichen Raum präsentiert.
Im Körnerpark werden Videos von zeitgenössischen Künstlerinnen gezeigt, die mit Agnes Denes und ihrem Werk in Dialog treten.

Im Kunstquartier Bethanien in Berlin-Kreuzberg werden filmische Annäherungen an West-Berlin als urbanem Lebensraum vorgestellt, die teilweise aus dem audiovisuellen Archiv des Berliner Künstlerprogramms des DAAD stammen.

Das Schaffen von kollaborativen Situationen definiert die künstlerische Praxis von Alicja Rogalska, die für das Kooperationsprojekt ein Vermittlungsprogramm konzipiert hat. Aktuelle Informationen zu Terminen und Aktionen werden auf den Webseiten der beteiligten Institutionen bekanntgegeben.


Ausstellungen

Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.), Chausseestr. 128/129, 10115 Berlin 14.9.2023 – 14.1.2024

daadgalerie, Oranienstraße 161, 10969 Berlin
14.9.2023 – 14.1.2024
www.berliner-kuenstlerprogramm.de

Galerie im Körnerpark, Schierker Str. 8, 12051 Berlin
9.9.2023 – 14.1.2024
www.galerie-im-koernerpark.de


Screenings im öffentlichen Raum

8.9.2023, 20 Uhr Zeitgenössische Künstlerinnen im Dialog mit Agnes Denes
Ort: Galerie im Körnerpark, Schierker Str. 8, 12051 Berlin

16.9.2023, 20 Uhr Filmische Annäherungen an West-Berlin
Ort: Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin


Weitere Veranstaltungen

26.10.2023, 20 Uhr Kaum glaublicher Übergang zwischen zwei Welten
Konzert mit Werken von Frederic Rzewski, Luc Ferrari, Clara Maïda und Karen Power


1.11.2023, 17 Uhr Berlin oder ein Traum mit Sahne?
West-Berlin als Lebensort und geteilte Stadt in den 1970er Jahren
Kuratorinnen: Nóra Lukács, Melanie Roumiguière
Assoziierte Kurator*innen: Kaspar Aebi, Malte Giesen, Krisztina Hunya, Yolanda Kaddu-Mulindwa, Natalie Keppler, Angela Lammert

Ort: Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
www.adk.de

Zusätzliche Informationen
Teilnehmende Künstler:innen
Wojciech Bruszewski
Daniel Buren
Vlassis Caniaris
Rafael Canogar
Dalibor Chatrný
Isaac Chong Wai
Contemporary And (C&)
Agnes Denes
Braco Dimitrijević
Piero Dorazio
Martin Engelman
Ieva Epnere
Wojciech Fangor
Safi Faye
Robert Filliou
Kasia Fudakowski
Hanna Frenzel
Gyula Gulyás
K. H. Hödicke
Dorothy Iannone
Joan Jonas
Wolf Kahlen
Allan Kaprow
Edward Kienholz
Milan Knížák
Jan Kotik
Shigeko Kubota
Raimund Kummer
Joan La Barbara
László Lakner
Maria Lassnig
MADEYOULOOK
Clara Maïda
George Moorse
Maina-Miriam Munsky
Ann Noël
Roman Opałka
Eduardo Paolozzi
A. R. Penck
Michelangelo Pistoletto
Karen Power
Yvonne Rainer
Robert Rehfeldt
Remo Remotti
George Rickey
Bridget Riley
Alicja Rogalska
Grażyna Roguski
Frederic Rzewski
Sonya Schönberger
Bettina von Arnim
Shelly Silver
Charles Simonds
Petr Štembera
Maija Tabaka
Endre Tót
Jiří Valoch
Ben Vautier
Emilio Vedova
Videobase
Wolf Vostell
Gábor Bódy
Lawrence Weiner
Stephen Willats
Emmett Williams
Ruth Wolf-Rehfeldt
Constantin Xenakis
a. o.
KP Brehmer
Marcel Broodthaers