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Eine gruppierte Gruppenausstellung

Sieben Ausstellungen, sechzig Ateliers, eine Woche in den RWK Studios - vom 8. bis 13. September 2026 bringt 3CA sieben unabhängig kuratierte Ausstellungen in den RWK Studios in Berlin-Zehlendorf zusammen.

Jede Ausstellung steht für sich. Gemeinsame Infrastruktur, Raum und Publikum machen sie vorübergehend als größeres Ganzes lesbar: eine gruppierte Gruppenausstellung.

Eine Woche lang entfalten sich sieben Ausstellungen in den RWK Studios, einem 16.000 Quadratmeter großen Kunst- und Produktionsstandort in Berlin-Zehlendorf, an dem rund sechzig Künstler:innen arbeiten. Die Ausstellungen bespielen Hallen und Räume auf dem gesamten Gelände, während Ateliers und Arbeitsumgebungen Teil des erweiterten Programms werden.

Jede der sieben Ausstellungen verfügt über einen eigenen kuratorischen Ansatz, eigene Künstler:innen und eine eigene innere Logik. Unabhängig voneinander konzipiert, treten sie durch einen gemeinsamen Ort, eine gemeinsame Infrastruktur, ein gemeinsames Publikum und einen gemeinsamen Zeitraum miteinander in Beziehung. Zusammen bilden sie das, was wir eine grouped group show nennen.

Die Ausstellungen wurden im Rahmen eines unter HOLOBIONT ausgeschriebenen Open Calls ausgewählt. Die Jury bestand aus Jan Gustav Fiedler (Kurator), Billy Jacob (Director, Kollektion888), Pola van den Hövel (Director und Kuratorin, Villa Schöningen) und Jennifer Braun (Kunsthistorikerin, Kritikerin und Autorin, The Gen Z Art Critic).

Während des Juryprozesses wurde der thematische Dialog zwischen den eingereichten Konzepten ebenso berücksichtigt wie die Stärke jeder einzelnen Ausstellung für sich. Es wurden keine Unterthemen vorgegeben. Dennoch tauchten bestimmte Fragestellungen in den unabhängig voneinander entwickelten Konzepten immer wieder auf: der Körper als Ort von Projektion, Disziplinierung und Transformation; sich verschiebende Grenzen zwischen Organischem und Synthetischem, Menschlichem und Nichtmenschlichem; sowie Fragen nach Wahrnehmung, konstruierten Realitäten und Entfremdung. Weitere Verwandtschaften in Materialien, Oberflächen und Atmosphären wurden sichtbar, als die Konzepte nebeneinander gelesen wurden. Diese Ähnlichkeiten waren nicht Teil des Briefings und nichts, wonach die Jury gezielt gesucht hatte.

Ob diese Resonanzen eine gemeinsame Reaktion auf die Gegenwart, auf Technologie, auf Berlin oder auf ein allgemeineres Gefühl von Instabilität widerspiegeln, bleibt eine offene Frage.

Ergänzend zum Open Call bringt die Ausstellung NO STORIES, NO MIRRORS Künstler:innen zusammen, die in den RWK Studios arbeiten, und bindet damit die Perspektiven derjenigen ein, die den Ort selbst prägen. Die Ausstellung wurde in direkter Beziehung zum Gebäude entwickelt, umfasst ortsspezifische Arbeiten und bildet eine der sieben Ausstellungen innerhalb von HOLOBIONT.

Ein Holobiont bezeichnet einen Wirt gemeinsam mit den Organismen, die in und auf ihm leben. Die einzelnen Organismen bleiben voneinander unterscheidbar, während ihre Beziehungen eine größere ökologische Einheit entstehen lassen.

Das Konzept ist eng mit der Arbeit der Evolutionsbiologin Lynn Margulis und ihrer Forschung zu Symbiose verbunden. Selbst die Zellen komplexer Organismen tragen die Geschichte früherer biologischer Zusammenschlüsse in sich. Mitochondrien stammen von Bakterien ab, die Beziehungen mit anderen Zellen eingingen und schließlich Teil ihrer inneren Struktur wurden. Symbiose bedeutet nicht automatisch Harmonie. Kooperation, Abhängigkeit, Konkurrenz und Ausbeutung können gleichzeitig existieren und sich abhängig von den Bedingungen verschieben.

HOLOBIONT überträgt dieses Modell in den Ausstellungsraum.

Das erweiterte Programm öffnet die RWK Studios sowohl als Ausstellungsort als auch als Ort kontinuierlicher künstlerischer Produktion. Neben den sieben Ausstellungen begegnen Besucher:innen offenen Ateliers, kuratorischen Führungen, Künstler:innengesprächen, Performances und einem abschließenden Open House.

3CA stellt den Rahmen durch gemeinsam genutzte Räume, technische Infrastruktur, Werkstätten, Netzwerke, Wissen und kollektive Arbeit bereit. Der Produktionsort bleibt dabei durchgehend sichtbar.

Eine Woche lang werden sieben autonome Ausstellungen Teil desselben Organismus.

PROGRAMM:

Dienstag, 8. September

Offizielle öffentliche Eröffnung

16:00–20:00 Uhr

Mittwoch, 9. September

Geschlossen

Donnerstag, 10. September

Öffentliche Führungen

16:00–20:00 Uhr

Drei Führungen geben Besucher:innen einen Einblick in alle sieben HOLOBIONT-Ausstellungen als zusammenhängendes Programm. Die Führungen beginnen um: 16:30 / 17:30 / 18:30 Uhr

Freitag, 11. September

Ausstellungen geöffnet

16:00–20:00 Uhr

Samstag, 12. September

HOLOBIONT – Lange Nacht der Performances

19:00–24:00 Uhr

Sonntag, 13. September

Open House / Tag der offenen Tür

13:00–19:00 Uhr

Zusätzliche Informationen
Termine
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