Hänsel und Gretel
Der alltägliche Schockreport über Aussetzung und Missbrauch erregt Empörtsein, und angewidert blättern alle zu Börse oder Sport. Doch wenn sich Hänsel und Gretel klammheimlich in die Hütte stehlen, sind sie längst tot: Verdarbt, erfroren, aufgezehrt. In sich gekehrt und schüchtern beichten die kleinen Leichen, wie ihnen widerfuhr. Und irgendwie gelingt es den Gespensterchen, das Publikum mitzuzerren in ihr namenloses Grauen: Die Zuschauer:innen werden selbst das Kind, stehen gottlos in der kalten Waldnacht rum, alleingelassen, verloren ... Mama? Papa? Hört uns denn keiner? Kommt nirgends Hilfe her? Nein? Nein, nur die böse Hexe hört unser Rufen und alles, alles kommt noch immer schlimmer: Kein schönes Märchen, das! Weil es kein Märchen ist.
Rapunzel
»Rapunzel, lass mir Dein Haar herunter ...«, Worte einer Mär, die mindestens so altbekannt sind, wie seine Autoren, die sie schriftlich für die Nachwelt festgehalten haben. Jede:r kennt dieses Märchen: Eine Geschichte der Erfüllung sehnlichster Wünsche und der ersten großen und immerwährenden Liebe. Doch lassen sie dieses Märchen Wirklichkeit werden, beginnt es Besitz zu ergreifen. Auf einmal ist es das Märchen, das die Zuschauenden beobachtet und in Frage stellt. Alles steht Kopf und es eröffnen sich Abgründe, die nur noch in einer opulenten Barock-Oper Ausdruck finden.
- Nur für Erwachsene – Zutritt ab 14 Jahren
Zusätzliche Informationen
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