Seit mehr als fünf Jahrzehnten beschäftigt sich Gabriele Stötzer in ihrer Arbeit mit Fragen von Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Geschlecht. Dabei rückt häufig ihr eigener Körper in den Mittelpunkt – nicht als Objekt, sondern als Schauplatz von Widerstand und feministischer Selbstbehauptung.
Ab Juni 2026 zeigt der Gropius Bau mit Dabei sein und nicht schweigen die bislang größte institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin.
Stötzers künstlerische Praxis ist eng mit ihrem gesellschaftlichen und politischen Engagement verwoben.
1976 wurde sie in der DDR wegen einer Unterschriftenaktion unter dem Vorwurf der „Staatsverleumdung“ inhaftiert. In der Folge schloss sie sich dem literarisch-künstlerischen Untergrund an und gründete später die Künstlerinnengruppe Erfurt mit.
Viele ihrer Arbeiten entwerfen radikale Gegenbilder zu staatlicher Repression und Normierung: Sie unterwandern Grenzen und öffnen Räume für Verletzlichkeit und Sehnsucht.
Mit rund 150 Werken verdeutlicht die Ausstellung die Vielfalt ihres experimentellen Schaffens – von Malerei, Literatur und Fotografie über Textilkunst und Super-8-Film bis hin zu Performance und Aktionen im öffentlichen Raum.
Zugleich versteht sie sich als Impuls für eine längst überfällige breitere Rezeption dieser wegweisenden Künstlerin.
- Kuratiert von Julia Grosse, strategische und konzeptionelle Beratung und Entwicklung, Gropius Bau, mit Christopher Wierling, Assistenzkurator, Gropius Bau
- Gabriele Stötzer: Dabei sein und nicht schweigen wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.