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Mit Le Bleu Secret eröffnet Buchkunst Berlin die Herbstsaison 2026 und widmet der französischen Fotografin Dolorès Marat eine Einzelausstellung.


Die Ausstellung versammelt zentrale Arbeiten aus ihrem Werk und führt in eine Bildwelt zwischen Dämmerung und Nacht, Beobachtung und Erinnerung.


Der Titel Le Bleu Secret – das geheime Blau – führt unmittelbar in die Bildwelt von Dolorès Marat.


Viele ihrer Fotografien entstehen in jenem schwer fassbaren Übergang zwischen Tag und Nacht: in der Dämmerung, bei einsetzendem Abendlicht oder in den frühen Morgenstunden.


Es sind Momente, in denen die Wirklichkeit ihre Eindeutigkeit verliert und vertraute Orte und alltägliche Situationen plötzlich fremd, poetisch oder rätselhaft erscheinen.


Das Blau im Titel bezeichnet dabei weniger eine konkrete Farbe als einen Zustand. Marats Fotografien bewegen sich zwischen Nähe und Distanz, Gegenwart und Erinnerung.


Menschen tauchen aus dem Dunkel auf und verschwinden wieder, Tiere werden zu stillen Protagonisten, künstliches Licht verändert Straßen, Innenräume und Körper.


Bewegungen hinterlassen Spuren, Konturen beginnen sich aufzulösen. Marat fotografiert intuitiv und schnell. Sie reagiert auf Situationen, die sie unmittelbar berühren, anstatt sie zu inszenieren.


Die für ihr Werk charakteristische Bewegungsunschärfe ist kein nachträglich eingesetzter Effekt, sondern die sichtbare Spur dieser spontanen Annäherung an das Motiv.


Aus Instinkt und Präzision, aus einem außergewöhnlichen Gespür für Licht, Farbe und Komposition entwickelt sich eine unverwechselbare fotografische Sprache.


Das Gesehene bleibt dabei stets wirklich – und scheint sich im Moment der Aufnahme dennoch in etwas anderes zu verwandeln.


Kurzbiografie Dolorès Marat

Dolorès Marat, 1944 in Paris geboren und heute in der Provence lebend, entwickelte ihre persönliche fotografische Arbeit weitgehend autodidaktisch. Nach Tätigkeiten als Schneiderin, Fotografin in einem Pariser Viertel und Laborassistentin für das Magazin Votre Beauté begann sie im Alter von 39 Jahren unabhängig zu arbeiten.


Neben ihrer freien Arbeit fotografierte sie unter anderem für Hermès, J.M. Weston und Leica sowie für französische Zeitungen und Magazine wie Libération, Le Monde und Les Inrockuptibles.


In den vergangenen Jahren hat ihr Werk verstärkt internationale institutionelle Aufmerksamkeit erfahren. 2020 übergab Marat 200 Abzüge ihres Werks an die Médiathèque de l’architecture et du patrimoine des französischen Kulturministeriums.


2023 widmeten ihr die Rencontres de la Photographie d’Arles die Einzelausstellung Dérèglement chromatique. Im selben Jahr erschien eine Monografie in der Reihe Photo Poche, und Marat erhielt den Robert Delpire Book Prize. 2024 folgte eine Präsentation mit mehr als 60 Arbeiten in der Fondation Sozzani in Paris, organisiert vom Fonds de dotation Neuf Cinq – Robert Delpire & Sarah

Moon und der Maison Européenne de la Photographie.


Eröffnung:

  • 12. September 2026, 18–22 Uhr

Finissage:

  • 31. Oktober 2026, 14–18 Uhr

Öffnungszeiten:

  • Donnerstag bis Samstag, 14–18 Uhr
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