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Berliner Wochenende für die Demokratie im Humboldt Forum

Claire und Solange sind Dienstmädchen, Schwestern, Angestellte einer despotischen Herrin. Tag ein, Tag aus putzen sie das luxuriöse Apartment der allzu gnädigen Frau. Sie schrubben, wischen, bohnern, polieren und betudeln Mobiliar und Ego ihrer Herrin gleichermaßen – bis sie beschließen, sich ihrer Herrin ein für alle Mal zu entledigen...

Ausschnitt aus die "Die Zofen" von Genet. Puppenspiel für Erwachsene. Drittjahresprojekt Regie 2022 der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch
Ausschnitt aus die "Die Zofen" von Genet. Puppenspiel für Erwachsene. Drittjahresprojekt Regie 2022 der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch © Dr. Bernd Seydel

Wer ist in einer scheinbar aussichtslosen Situation der Abhängigkeiten und Kränkungen tatsächlich gefangen? Gibt es die gnädige Herrin auch ohne ihre Dienerinnen? Und wer ist ihre wahre rechte Hand und was steigt ihr in den Kopf?

Ein surreales (Puppen-)Spiel im Spiel im Spiel beginnt und „nur eine Handbewegung würde genügen und du würdest aufhören zu existieren.“ Die Zofen erfüllen im Grunde alle Voraussetzungen zum Gelingen einer Demokratie. Sie sind zu dritt, eine Mehrheit gegen das totalitäre System: Die gnädigen Frau - die Puppe. Und dennoch können Sie hier ihr glorreiches Scheitern beobachten. Revolution und Machtmissbrauch im Wohnzimmer. Hoffnungslos und menschlich?

Die Zofen (frz. Les Bonnes) ist eine Tragödie in einem Akt von Jean Genet aus dem Jahr 1947, die im selben Jahr im Pariser Théâtre de l’Athénée unter heftigen Protesten uraufgeführt wurde. Es war das erste auf der Bühne aufgeführte Werk Genets und ist sein meistgespieltes Stück.

Drittjahresprojekt Regie 2022 der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.
In Zusammenarbeit von Puppenspielstudierenden und einer Studierenden aus der Abteilung Regie, ist eine ganz wunderbare, extrem virtuose Inszenierung über Abhängigkeiten, Mehrheiten und Führungsanspruch entstanden. Die Zofen, bei Genet sind es zwei, sind hier zu dritt. Die Madame ist eine Puppe. Was in der Spielweise der Puppenart schon angelegt ist, nämlich die Frage, wer die Führung übernimmt, wird hier zur intelligenten Machtfrage, wer wen mit welchen Mittel vom Spiel (Partizipation) ausgrenzt.

Die Aufführung des Stückes Die Zofen ist Teil des Berliner Wochenende für die Demokratie, anlässlich des 175. Jahrestages der Revolution von 1848. Sie ist Teil der Erinnerungsarbeit zur Geschichte des Ortes im Humboldt Forum.

  • Regie: Naemi Friedmann
  • Dramaturgie: Lukas Nowak
  • Bühne und Kostüm: Sarah Wolters
  • Es spielen: Almut Schäfer-Kubelka, Maximilian Teschemacher und Sven Tillmann
- kostenlos 
- Sprache: Deutsch
- rollstuhlgerecht
- ab 16 Jahren
- Schulklassen ab 10. Klasse
- Ort: Saal 2, EG


Zusätzliche Informationen
Termine
Datum
Humboldt Forum: Saal 2
Datum
Humboldt Forum: Saal 2