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Zwischen 1904 und 1908 führte die deutsche Kolonialarmee im damaligen Deutschen Südwestafrika einen Vernichtungskrieg gegen die Völker der Ovaherero und Nama.


Tausende Überlebende wurden in Konzentrationslager deportiert, wo Zwangsarbeit, Hunger, Krankheiten und systematische Gewalt weiteren Tausenden das Leben kosteten.


Shark Island vor der Küste von Lüderitz wurde zu einem Todeslager – das erste des 20. Jahrhunderts. Den dort Verstorbenen verwehrte man selbst ein würdiges Begräbnis. Shark Island ist nach über einem Jahrhundert immer noch ein umkämpfter Ort der Erinnerung und wird nun durch ein groß angelegtes Infrastrukturprojekt für „grünen Wasserstoff“ bedroht, das mit Unterstützung der deutschen Regierung vorangetrieben wird.


Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Serie „Traces of Violence“ (2021) von Marcelo Brodsky. Sie besteht aus dreißig vom Künstler bearbeiteten historischen Fotografien. Brodsky selbst ist ein Nachkomme jüdischer Exilanten, die vor den antisemitischen Verfolgungen im zaristischen Russland nach Argentinien flohen. Sein Werk entstand aus den Traumata des politischen Exils während der argentinischen Diktatur.


Texte und ein Video von Forensic Architecture und Forensis, das in Zusammenarbeit mit der Ovaherero Traditional Authority (OTA) und der Nama Traditional Leaders Association (NTLA) entstanden ist, rekonstruieren die Geschichte und Geografie des Konzentrationslagers.

Eine Reihe von Vorträgen, Diskussionen, Filmvorführungen und Führungen begleitet die Ausstellung und beleuchtet die historischen Zusammenhänge zwischen Kolonialismus, Militarismus, Faschismus, Erinnerung und den heutigen Kämpfen für Gerechtigkeit.


„Die Unbegrabenen. Traces of Violence“ bei roam projects endet am 15. November, dem Jahrestag der Eröffnung der Kongo-Konferenz in Berlin im Jahr 1884, deren Schlussakte den Rahmen für die Aufteilung Afrikas in europäische Kolonien festlegte.


Die Unbegrabenen. Traces of Violence

Eine Ausstellung von Marcelo Brodsky, mit Werken von Forensis und Forensic Architecture

  • 11. Oktober – 15. November 2026
  • Öffnungszeiten: Do–Sa. 15:00–18:00 Uhr und nach Vereinbarung
  • Vernissage: So., 11. Oktober, 10–13 Uhr, 12 Uhr Gespräch mit dem Künstler und dem Kurator
  • Finissage So., 15. November, 16:00 Uhr

Die Ausstellung wird von Prof. Dr. Márcio Seligmann-Silva kuratiert.


Termine
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