Fuchsbau Theater
Die Bewohnerinnen und Bewohner eines Mietshauses stellen eines Morgens fest, dass sich eine wohnungslose Person in ihrem Treppenhaus befindet. Während bei einigen die Alarmglocken läuten, schwingen andere ihre Moralkeulen.
Alle haben eine Meinung und teilen diese fleißig in der Chatgruppe des Hauses mit. Der Obdachlose wird dabei zur Projektionsfläche: Er wird zur irrationalen Bedrohung, ein Opfer der Gesellschaft, ein “Problem”, das es zu lösen gilt. Er wird bemitleidet, ignoriert, abgewertet, Ängste werden auf ihn projiziert, aber das Recht auf eine eigene Stimme bleibt ihm versagt. Keiner redet mit ihm, alle reden über ihn.
„Die Hausgemeinschaft“ beleuchtet die Gegensätze von Gemeinschaft und Isolation sowie Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Die Figuren leben Wand an Wand nebeneinander und sind sich gleichzeitig so fern.
Ohne moralischen Zeigefinger versucht das Stück Fragen zu stellen: Wie verhalten Menschen sich in einer Gemeinschaft verantwortungsvoll? Wie reagieren sie auf gesellschaftliche Missstände? Wie gehen sie miteinander in einem sozialen Gefüge um?