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Von Friedrich dem Großen bis zu Königin Luise

Friedrich der Große widmete ihm besondere Aufmerksamkeit, für Königin Luise war es einer ihrer Lieblingsorte: Der Neue Flügel, der sich äußerlich eher unscheinbar an das Schloss Charlottenburg anfügt, birgt im Inneren zahlreiche Meisterwerke des Barock und des Frühklassizismus.



Erste eigenständige Residenz Friedrichs des Großen

Friedrich der Große hatte gleich bei Regierungsantritt 1740 den Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff mit dem Bau seiner ersten eigenständigen Residenz beauftragt. Als Neuer Flügel schließt sich das Bauwerk östlich an das Alte Schloss seiner Großeltern Sophie Charlotte und Friedrich I. an.

Der repräsentative Eingangsbereich in der Mitte des langgestreckten, zweigeschossigen Gebäudes wird durch Doppelsäulenpaare, Balkone und Vasenbekrönungen hervorgehoben. Wie im Alten Schloss entspricht die Raumaufteilung dem barocken Prinzip der Zimmerflucht, der Enfilade.

Die Innenausstattung wird mit großem finanziellem und künstlerischem Aufwand betrieben. Friderizianische Festsäle und Meisterwerke französischer Malerei Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sind die prachtvollen friderizianischen Festsäle – der einst als Speisesaal genutzte Weiße Saal und die mit grünem Stuckmarmor und filigranen Rokokodekorationen verzierte Goldene Galerie – sowie die Erste und die Zweite Wohnung des Königs weitgehend originalgetreu wiederhergestellt und eingerichtet worden.

Meisterwerke französischer Malerei, darunter Antoine Watteaus „Einschiffung nach Cythera“ und das „Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“ zählen zu den Hauptattraktionen. Sie begeistern vor allem auch internationale Besucher.

Königliche Appartements des Klassizismus 1788 ließ sich der Neffe und Nachfolger Friedrichs des Großen, Friedrich Wilhelm II., im Erdgeschoss eine Sommerwohnung im chinesisch-etruskischen Stil und 1796 bis 1797 die frühklassizistischen Winterkammern einrichten. Bewohnt wurde diese Zimmerflucht jedoch von seiner Schwiegertochter Königin Luise, für die Karl Friedrich Schinkel 1810 das elegante Schlafzimmer mit Mobiliar aus Birnbaumholz entwarf. Neben Sanssouci und dem Königlichen Palais Unter den Linden galt Charlottenburg als ihr Lieblingsort. Ihr Ehemann Friedrich Wilhelm III. bezog im westlichen Erdgeschoss Räume, die einst zum Appartement der Gemahlin Friedrichs II., Königin Elisabeth Christine, gehörten. Heute werden hier bedeutende Gemälde und Mobiliar aus dem Besitz des Monarchen gezeigt.

Jacques-Louis Davids denkmalhaft-heroisch inszeniertes Reiterbildnis von Napoleon Bonaparte und Franz Krügers „Parade Unter den Linden“ mit dem an der Biedermeiergesellschaft vorbeimarschierenden 1. Garde-Regiment markieren Anfang und Ende der 43-jährigen Regierungszeit Friedrich Wilhelms III. Skulpturenkunst des 19. Jahrhunderts.

Eine ideale Ergänzung hierzu bietet heute die neue Präsentation klassizistisch-romantischer Marmorskulpturen im Vestibül vor der ehemaligen königlichen Wohnung. Die von berühmten Künstlern der Berliner Bildhauerschule teilweise in Rom geschaffenen Werke gehen zurück auf antike Vorbilder. In stiller Größe erwarten sie die Besucher im wiedereröffneten Neuen Flügel.

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