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Vernissage 30.01., 18 - 22 Uhr

Umgebung, ob urbanes Gefüge oder natürliche Landschaft, ist eine
Ansammlung kollektiver Erfahrungen, Erinnerungen und Gefühle, die sich
im Laufe der Zeit entwickelt haben. Als soziale Wesen beeinflussen und
assimilieren Menschen sich gegenseitig und bilden so dichte, miteinander
verwobene Systeme.

 
Für die erste seiner zwei Einzelausstellungen präsentiert Julien Paccard zwei Kunstwerke, die sich offen gegenüber Territorien zeigen und betonen, dass die von Menschen bewohnten Räume niemals neutral sind, sondern aktiv Interaktionen prägen: Die Serie "Déjà-vu" sowie die Videoinstallation „Footsteps #1“.


"Die Serie „Déjà-vu“ verfolgt einen empirischen Ansatz: Sie kanalisiert Impulse aus meinen persönlichen Erfahrungen. Sei es bei alltäglichen Spaziergängen durch meine Nachbarschaft oder auf Reisen. Spontan fotografiere ich zufällig entdeckte Karomuster, ohne deren Umgebung zu verändern, oder das Ergebnis zu sehr zu hinterfragen. Jede Aufnahme wird automatisch in ein quadratisches Schwarz-Weiß-Format umgewandelt, wodurch eine stetige Ansammlung von Klischees entsteht, die den repetitiven Rhythmus des Lebens unterstreichen. Ich betrachte dieses Motiv in meiner Arbeit als eine Art Ready-made. 

Obwohl diese Bilder reale Situationen dokumentieren, sind sie durch meine individuelle Perspektive gefiltert. Dieses scheinbar gewöhnliche und universelle Muster kann je nach Betrachter und Kontext unterschiedliche Interpretationen hervorrufen. Doch man kann in diesen Konstellationen aus Schwarz-Weiß-Quadraten ein Fragment des kollektiven Gedächtnisses unserer Welt erkennen. 

Die Auswahl der Bilder für diese Ausstellung erfolgt zufällig. Dennoch folgt ihre Anordnung den Raumproportionen und verdeutlicht so die Wiederholung in meiner künstlerischen Praxis. Gleichzeitig dient sie als Richtlinie für die spätere Platzierung weiterer Kompositionen im selben Raum. Die präsentierte Sammlung umfasst fast tausend Fotografien, die die Wahrnehmung der Betrachter hinsichtlich der Werke und des Raumes herausfordern."

"Mit meiner Videoinstallation „Footsteps #1“ lade ich die Besucher*innen ein, die Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umgebung zu erkunden. Das Werk veranschaulicht den globalen Informationsfluss durch spontane soziale Interaktionen innerhalb bewusst gestalteter urbaner Bedingungen. 

Jeder Tritt auf den Boden wird musikalisch umgesetzt und drückt so unser gemeinsames, kollektives Verhalten aus.

Das standardisierte Metallgitter evoziert ein industrielles und systematisches Gerüst, das unzählige Variationen ermöglicht. Sein geometrischer, spielerischer Charakter deutet auf ein weitläufiges System hin, das eine dynamische Spannung zwischen Strenge und Freiheit erzeugt und sich innerhalb der Grenzen des verfügbaren Raums so weit ausdehnen kann, wie es die Fantasie zulässt. Dieser Ansatz erinnert an die Verwendung von Protokoll und Serialität als funktionale Werkzeuge durch die Gruppe Art & Language (Kunst und Sprache)."
Termine
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