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Rued Langgaard (1893 – 1952)

In eine gottlose Welt tritt der Antichrist. Angerufen von Luzifer selbst offenbart er sich in vielerlei Gestalt: Durch Hoffart, Missmut, Begierde, Lüge und Hass wird die Menschheit im „Streit aller gegen alle“ geprüft und versucht. Doch am Schluss setzt die Stimme Gottes dem Antichrist ein Ende: „Hephata!“ / „Öffne dich!“ – die Welt scheint gereinigt.

u. a. Andrew Dickinson als Die Lüge, Flurina Stucki als Die große Hure
u. a. Andrew Dickinson als Die Lüge, Flurina Stucki als Die große Hure © Thomas Aurin

Rued Langgaards Anfang der 1920er Jahre komponierte und bis 1930 grundlegend überarbeitete „Kirchenoper“ ist ein Monolith im Schaffen des Komponisten, das an aufregenden und ungewöhnlichen Werken nicht arm ist. Ausgehend von der Offenbarung des Johannes entwirft er ein endzeitlich geprägtes Mysterienspiel, das den Zeitgeist des Fin de Siècle nicht verhehlen kann. Dementsprechend geschichtspessimistisch lässt sich sein hochsymbolistischer, voller Assoziationen steckender Text lesen. Doch die schillernde Musik – vom spätromantischen, großen Orchesterklang geprägt, der aber auch immer wieder in sich zusammenfällt und aus dem karg und nüchtern Details herausgearbeitet werden – bringt Hoffnung in die dunkle Welt. Der künstlerische Einzelgänger Langgaard hat hier zu einem Personalstil gefunden, der zwar an Strauss und Wagner erinnert, aber auch seine Zeitgenossen Hindemith und Schönberg nicht verleugnet.

Regisseur Ersan Mondtag gibt sein Berliner Operndebüt – die ungemein kräftige Bildsprache des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs, dessen Arbeiten mehrfach beim Theratertreffen zu sehen waren, scheint mit ihrer Überästhetisierung wie geschaffen für Langgaards Endzeit-Mysterium.

90 Minuten / Keine Pause

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Zusätzliche Informationen
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Oper in zwei Akten [in einem Prolog und sechs Bildern]Libretto vom Komponisten Deutsche Übersetzung von Inger und Walther Methlagl, für die kritische Edition überarbeitet von Monika WesemannRevidierte Fassung, BVN 192 [1930]Szenische Uraufführung am 2. Mai 1999 am Tiroler Landestheater in InnsbruckPremiere an der Deutschen Oper Berlin am 30. Januar 2022

empfohlen ab 16 Jahren

Sehen Sie hier unser [Programmheft als PDF]http://media02.culturebase.org/data/docs-meineoper/DOB_Proheft_ANTIKRIST.pdf

Präsentiert von rbbKultur, taz, tip und Fleurop



Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts
Teilnehmende Künstler
N. N. (Musikalische Leitung)
Ersan Mondtag (Inszenierung, Bühne)
Annika Lu Hermann (Kostüme)
Ersan Mondtag (Kostüme)
Rainer Casper (Licht)
Jeremy Bines (Chöre)
Rob Fordeyn (Choreografie)
Carolin Müller-Dohle (Dramaturgie)
Thomas Lehman (Luzifer)
Jonas Grundner-Culemann (Gottes Stimme)
Valeriia Savinskaia (Das Echo der Rätselstimmung)
Irene Roberts (Die Rätselstimmung)
Clemens Bieber (Der Mund, der große Worte spricht)
Maire Therese Carmack (Der Missmut)
Flurina Stucki (Die große Hure)
AJ Glueckert (Das Tier in Scharlach)
Andrew Dickinson (Die Lüge)
Jordan Shanahan (Der Hass)
Thomas Lehman (Eine Stimme)
Ashley Wright (Tänzer*innen)
Joel Donald Small (Tänzer*innen)
Derrick Amanatidis (Tänzer*innen)
Giorgia Bovo (Tänzer*innen)
Vasna Felicia Aguilar (Tänzer*innen)
Yuri Shimaoka (Tänzer*innen)
Juan Corres Benito (Tänzer*innen)
György Jellinek (Tänzer*innen)
Shih-Ping Lin (Tänzer*innen)
Ulysse Zangs (Tänzer*innen)
Sakura Inoue (Tänzer*innen)
Ana Dordevic (Tänzer*innen)
Chor der Deutschen Oper Berlin (Chöre)
Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)
Termine
Datum
Deutsche Oper Berlin
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Deutsche Oper Berlin
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Deutsche Oper Berlin