Wie die anderen fünf Bundeskulturfonds ist der Musikfonds eine unabhängige, zivilgesellschaftliche und basisdemokratische Organisation. Seit 2016 wird aktuelle, avantgardistische Musik in ihrer ganzen stilistischen Vielfalt und im gesamten Bundesgebiet gefördert.
Der Musikfonds hat sich in diesen zehn Jahren zu einem der wich¬tigsten Partner der freien Szene ak¬tueller Musik entwickelt. Diese freie Szene ist enorm un¬ter Druck: Rasant steigende Lebens¬haltungskosten, ein aufgeheizter Woh¬nungsmarkt, ge¬nerelle Verunsicherung durch Krisen und Kriege, und das alles in einem politischen Klima, in dem es wichtiger denn je wäre, freie Kultur zu stärken. Denn künstlerische Spielräume ermöglichen Aushandlungsprozesse. Mit ihnen werden gesellschaftliche Utopien erprobt und wichtige Debatten angestoßen.
Besonders experimentelle Musik lädt dazu ein, sich auf Unbekanntes einzulassen, Ambivalenzen auszuhalten und einander zuzuhören.
Das Programm
Die improvisierten Solosets von Mariá Portugal haben eine Dringlichkeit, die sich mit ihrem dicht verwobenen Schlagzeugspiel und ihrem lyrischen Gesang allein nicht erklären lässt. Die Musik der studierten Komponistin erforscht Räume zwischen Liedtraditionen und freier Improvisation. Nur mit Stimme und Perkussion lädt Portugal ihre Hörerschaft ein, mit ihr in diese Zwischenwelt einzutauchen. Das Ensemble für zeitgenössische Musik Broken Frames Syndicate hat gemeinsam mit dem Künstler Paul Pape klingende Skulpturen aus Kunststoff entwickelt. Die Musiker:innen nutzen ihr selbstgebautes Instrumentarium als Werkzeug in einem Labor für experimentelle Klänge und interdisziplinäre Kollaboration. Ihr Projekt RIFF verschmilzt Skulptur und Klang zu lebendigen Gebilden voller Bewegung und überraschender Sounds. Crutches aus Leipzig und Berlin kippen nahtlos von Primitivismus in die Virtuosität und wieder zurück. Diese Band ist ein Malstrom aus Humor, Brutalität, unzählbaren Taktarten und unendlich vielen Zitaten. Ihre hochkomplexen Arrangements, vorgetragen mit punkiger Nonchalance, sind verwirrend und überwältigend und wunderbar. Und das alles zugleich.
Im Aufgang der Betonhalle erleben wir eine Klang-Intervention des Kollektivs Dynamische Akustische Forschung (DAF). DAF arbeitet an nomadischen Sound-Settings im Stadtraum und performativen Situationen, in denen Hören, Raum und soziale Beziehungen gemeinsam erprobt werden. Das Musiktheaterstück ETERNAL DAWN des Komponisten Alexander Schubert ist als Videomitschnitt im Kinosaal des Silent Green zu erleben. Schubert hat das Stück zusammen mit dem Decoder Ensemble und einem interdisziplinären Team aus Kunst und Wissenschaft entwickelt. ETERNAL DAWN befasst sich mit dem ambivalenten Thema Transhumanismus. In einem futuristischen Setting agieren die Performer mithilfe technischer Körpererweiterungen, Biomodifikationen und Sensoren als Gruppe individueller Cyborgs.
Programmablauf:
18:30 Hauptbühne: Mariá Portugal solo drums+voice (Impro)
18:50 Hauptbühne: Anmoderation Vorstand
Grußwort Maria Bering (Stellvertretende Amtschefin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien)
Grußwort Ottilie Klein (Kulturpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
Grußwort Martin Rabanus (Kulturpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion)
19:20 Betonhalle: Broken Frames Syndicate (im Raum verteilte Soundskulpturen, live aktiviert)
19:50 Seitenbühne: Bundeskulturfonds Panel
20:40 Hauptbühne: Crutches (live, experimental Jazz)
21:00 Foyer: DJ (tbc)
22:00 Ende
Installationen:
Foyer unten: 10 Jahre Musikfonds, Video-Auftragsarbeit, Dafne Narvaez Berflein
Aufgang Betonhalle: Klang-Intervention, Kollektiv DAF
Kino: Eternal Dawn, Alexander Schubert
- Dienstag, 13.10.26
- Einlass 18:00 h, Beginn 18:30 h
- Silent Green Kulturquartier, Berlin
Eintritt frei, Registrierung erforderlich HIER
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