Die Weltklassekompanie Circa kommt mit „North of Now“ zurück ins Chamäleon Berlin
In ihrem neuen Stück North of Now reduziert die australische Kompanie Circa die Zirkuskunst auf ihre vielleicht wesentlichste Form: Acht Körper, eine leere Bühne und die Frage, was zwischen Menschen entstehen kann, wenn sie sich aufeinander verlassen.
Eine der erfolgreichsten Zirkuskompanien der Welt kommt für eine neue Spielzeit zurück.
Circa und das Chamäleon verbindet eine lange gemeinsame Geschichte: Seit Wunderkammer 2011 war die Kompanie immer wieder in den Hackeschen Höfen zu Gast; Beyond feierte hier 2013 seine Weltpremiere, 2021 folgte eine viermonatige Circa-Residency. 2024 wurde die gemeinsame Produktion Wolf am Haus uraufgeführt und zu einem riesigen Erfolg. „Jedes Stück von und mit Circa ist eine große Abenteuerreise, die aufregende neue Wege entlangführt“, sagt Chamäleon-Intendantin Anke Politz. „Wir freuen uns sehr darauf, sie einmal mehr gemeinsam zu erkunden.“
Seit 2004 hat Circa von Brisbane aus mehr als zwei Millionen Menschen in über 45 Ländern erreicht. Unter der künstlerischen Leitung von Yaron Lifschitz hat die Kompanie wesentlich dazu beigetragen, das Bild des Zeitgenössischen Zirkus international zu prägen und zu verändern. Tanz, Theater, Bewegung und extreme Akrobatik verschmelzen zu einer eigenen Bühnensprache, virtuos und immer tief menschlich. Was für den menschlichen Körper unmöglich scheint, wird Wirklichkeit.
Auch in North of Now werden Menschen geworfen, getragen und aufgefangen, Körper verbinden sich zu immer neuen Formen. Atemberaubende Gruppenakrobatik trifft auf Momente beinahe völliger Stille. Regisseur Yaron Lifschitz interessiert dabei weniger das Spektakel um seiner selbst willen als der Augenblick unmittelbar davor: das kurze Innehalten vor einem Wurf, die Gewichtsverlagerung in einer Balance; den Moment, in dem zwei Menschen entscheiden müssen, einander zu vertrauen. „Wir verbringen unser Leben oft damit, die Zukunft zu planen oder die Vergangenheit zu bereuen, während uns die Gegenwart immer wieder entgleitet“, sagt er. Die Idee von North of Now sei, dass es vielleicht doch möglich sei, das Jetzt zu erreichen, aber nur gemeinsam. „Gegenwärtigkeit ist etwas, das nur im Austausch miteinander entstehen kann.“
Inspiriert ist der Titel von einer Zeile des Dichters Paul Celan: „In den Flüssen nördlich der Zukunft werfe ich das Netz aus.“ Für Lifschitz beschreibt sie einen unmöglichen Ort und gleichzeitig eine Geste der Hoffnung. „Auch jede akrobatische Flugbahn führt für einen Moment in eine Zukunft, die noch nicht existiert“, sagt er. Ob der Fang gelingt, wisse man erst, wenn er passiert. „Das Entscheidende: Da ist jemand, der wartet.“
In einer ersten Fassung wird North of Now bereits im Oktober in der fabrik Potsdam gezeigt. Danach jedoch wird das Werk in Brisbane weiterentwickelt und mit dem Chamäleon zu einem zweiteiligen Stück erweitert – mit neuer Luftakrobatik und Choreografien, die exklusiv für das Haus am Hackeschen Markt entstehen.
Das Chamäleon Berlin ist das einzige Produktionshaus für zeitgenössischen Zirkus in Deutschland und ist seit seiner Neugründung im Jahr 2004 zu einem international renommierten Kreativort und Partner für internationale Koproduktionen und Netzwerke geworden. 2023 wurde das Haus mit dem Theaterpreis des Bundes in der Kategorie Privattheater ausgezeichnet.
North of Now von Circa
- Previews: 26.01.-10.02.2027
- Premiere: 11. Februar 2027
- Spielzeit bis: 16. Mai 2027
Kreativteam:
Kreation: Yaron Lifschitz und das Circa Ensemble
Regie & Lichtdesign: Yaron Lifschitz
Komposition & Sounddesign: Gabriel Cazes
Kostümdesign: Libby McDonnell
Spielort: Chamäleon Berlin, In den Hackeschen Höfen, Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin