Gruppenausstellung im Projektraum Galerie M, Marzahn
Im Mittelpunkt stehen Momente der Unsicherheit, in denen die Gesellschaft auf ein neues Medium trifft und darum ringt zu verstehen, welche Auswirkungen es haben könnte und wie es uns verändern könnte.
Der Begriff „Technopanik“ (häufig synonym mit „Moral Panic“ im Zusammenhang mit Technologie verwendet) bezeichnet die wiederkehrende kulturelle, politische und gesellschaftliche Angst, die entsteht, sobald eine neue Technologie in die Gesellschaft eintritt. Eines der frühesten Beispiele findet sich in Platons „Phaidros“: Der ägyptische König Thamus warnt, dass die Schrift das Gedächtnis nicht stärken, sondern Vergessen hervorbringen werde. Später löste die Verbreitung gedruckter Romane ähnliche Ängste aus. Die Fotografie stellte die Rolle der Malerei infrage, im 20. Jahrhundert richteten sich vergleichbare Sorgen gegen Radio, Fernsehen, Popmusik, Kino und Comics, seit den 1980er-Jahren gegen Videospiele. Heute drehen sich die Debatten um soziale Medien, Algorithmen und generative KI, mit Fragen zu Desinformation, Urheberrecht, Überwachung, Arbeit, Autorschaft, Aufmerksamkeit und der Konzentration von Macht.
Statt zu fragen, ob neue Technologien gut oder schlecht sind, untersucht die Ausstellung, wie jedes neue Medium Möglichkeiten und Ängste hervorbringt. Die Werke setzen sich kritisch, humorvoll, nostalgisch oder experimentell mit Technologie auseinander. Sie hinterfragen, umarmen, zweckentfremden oder imitieren sie oder machen die Absurdität unserer Versuche sichtbar, sie zu kontrollieren.
Eröffnung: Samstag, 26. September 2026, ab 18 Uhr.
Zur Eröffnung präsentiert Albena Baeva die „Gallery Gallery“ gemeinsam mit den Teilnehmer*innen des Workshops „Hands-on AR for Artists“.
Ausstellungsdauer: 27. September bis 7. November 2026
Ort: Projektraum Galerie M, Marzahner Promenade 46, 12679 Berlin (Zugang über die Fußgängerzone)
Zusätzliche Informationen
Öffnungszeiten:
Di, Do, Fr, So 12–18 Uhr; Mi, Sa 12–20 Uhr; montags und an Feiertagen geschlossen
Eintritt: frei