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Radierungen

Anlässlich des 100. Geburtstages von Gerenot Richter (1926–1991) zeigt die Krankenhauskirche im Wuhlgarten vom 20. September bis 14. November 2026 die Ausstellung »GLEICHNISSE«.


Im Mittelpunkt stehen Radierungen eines Künstlers, dessen unverwechselbare Bildwelt von genauer Naturbeobachtung, kunsthistorischen Bezügen und einer intensiven Auseinandersetzung mit den Veränderungen der Landschaft geprägt ist. Die Ausstellung wird am Samstag, 19. September 2026, um 17 Uhr mit einer Vernissage und einem Konzert eröffnet.


Gerenot Richter wurde am 5. Dezember 1926 in Dresden geboren. Nach einem Studium für Kunsterziehung und Geographie lehrte er ab 1955 am Institut für Kunsterziehung der Humboldt-Universität zu Berlin und wurde 1971 zum Professor berufen. Sein künstlerisches Schaffen begann mit der Malerei, doch schon bald wandte er sich nahezu ausschließlich der Druckgrafik zu. Die Radierung in ihren vielfältigen Möglichkeiten wurde zu seinem bevorzugten Medium. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine klare, detailreiche und realistische Bildsprache aus.


Viele seiner Bildideen entstanden beim Zeichnen vor der Natur und entwickelten sich dann auf der Druckplatte weiter. Oft verbindet er eigene Naturerfahrungen mit überlieferten Bildwelten, Künstler wie Albrecht Dürer und Pieter Bruegel waren für ihn wichtige Bezugspunkte. So gehen in seinen Bildfindungen Vergangenheit und Gegenwart, Natur und Kunst, Realität und Erinnerung ineinander über.


Besonders prägend waren seine Aufenthalte in der Lausitz. Die tiefgreifenden Veränderungen der Landschaft durch den Braunkohleabbau wurden zu einem wichtigen Impuls für seine gleichnishaften Darstellungen. In Arbeiten wie »Fragmente« von 1979 verbindet Richter eine zerstörte Lausitzer Landschaft mit einem antiken Säulenkapitell. So entstehen Bilder, die von Schönheit und Vergänglichkeit, Erinnerung und Verlust, aber auch vom Verhältnis des Menschen zur Natur erzählen.


Gerade diese Vielschichtigkeit verleiht Richters Radierungen bis heute eine bemerkenswerte Aktualität. Seine Werke laden dazu ein, genauer hinzusehen: auf die Natur, auf die Spuren menschlicher Eingriffe und auf jene kulturellen Erinnerungen, die sich in Landschaften und Dingen eingeschrieben haben.


  • Vernissage 19.09.2026, 17 Uhr

Eintritt frei.

Zusätzliche Informationen
Termine
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