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Eine Kunstform, die Millionen Menschen gesehen haben, aber kaum bewusst wahrnehmen: die gemalten Hintergründe japanischer Animationsfilme. Von den 1950er- bis in die 2000er-Jahre entstanden auf diese Weise atmosphärische Landschaften, Städte und Innenräume, die im fertigen Film meist nur wenige Sekunden hinter den animierten Figuren zu sehen sind. Mit Plakatfarbe auf Papier gemalt, waren sie ursprünglich reine Gebrauchskunst für die Kamera und lange Zeit nicht dafür gedacht, als eigenständige Kunstwerke betrachtet zu werden.

Dabei bestimmen diese Bilder die Atmosphäre eines Films oft ebenso stark wie Figuren, Handlung oder Musik. In Japan erfahren die Künstler*innen hinter diesen Bildwelten inzwischen große Anerkennung und werden mit Retrospektiven in Museen gewürdigt. In Europa wird die faszinierende Kunst der Anime-Hintergründe dagegen erst allmählich entdeckt.

Einer der wichtigsten Vermittler dieser Entwicklung ist der Medienkunstexperte, Galerist und Kurator Stefan Riekeles, der die Hintergrundmalerei in Europa früh als eigenständiges Genre präsentierte. Seine neue Ausstellung in Berlin widmet sich dem Werk des japanischen Art-Directors Nizō Yamamoto (1953–2023).

Yamamoto prägte mit seinen detailreichen und atmosphärischen Bildwelten zahlreiche Anime-Klassiker und arbeitete unter anderem an den Studio-Ghibli-Filmen „Prinzessin Mononoke“ und „Die letzten Glühwürmchen“.

Die Ausstellung eröffnet am 3. Oktober 2026 in der Berliner Tchoban Foundation und bietet die Gelegenheit, eine bislang oft übersehene Seite der japanischen Animationskunst aus nächster Nähe zu entdecken.

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