Laura Bruce
Großformatige Farbstiftzeichnungen, lasurhafte Tuschmalereien und farbig gefasst Keramiken prägen die umfangreiche Einzelausstellung der in Berlin lebenden Künstlerin.
Aus unzähligen Micro-Stories – schnell gearbeiteten und eher kleinformatigen Zeichnungen und Tuscheblättern – schöpfend, hat die Künstlerin in rund 30 Jahren ihrer Arbeit ein weit ausgreifendes Werk großformatiger Zeichnungen und Malerei entwickelt.
Die Micro-Stories dienen ihr als ein komplexer Fundus von Figuren, Motiven und Bildreminiszenzen für zahlreiche Serien von Zeichnungen, in denen sowohl der fragmentierte menschliche Körper als auch deutungsreiche Symbolwelten eine zentrale Rolle einnehmen.
Laura Bruce’s Arbeiten charakterisiert die Kunst der Kombination, sei es der Kombination von Formen, Körperfragmenten und Arabesken in Einzelblättern, als auch der großflächigen Kombination mehrteiliger Arbeiten in Clustern und Tableaus.
Hinzu kommt immer wieder der Dialog mit der Kunstgeschichte, wie z.B. in der umfassenden Zeichnungsserie Perpetual, 2017, in der sich die Künstlerin intensiv mit Francisco de Goyas Los Caprichos, einer 1799 veröffentlichten Serie von gesellschaftskritischen Aquatinta-Radierungen auseinandersetzt.
So entstehen vor dem Resonanzraum der gleichermaßen subjektiven wie kulturellen Erinnerung Bildnarrative, die selten in eine konkrete Erzählung münden, sondern vielmehr assoziationsreiche Felder bildlicher Analogien und Korrespondenzen bilden.