Das Untersuchungsgefängnis in der Keibelstraße und das Frauengefängnis Barnimstraße erzählen von einem System, das festlegte, wer dazugehört und wer nicht, was erlaubt ist und was bestraft wird. Es geht um Abweichung und Anpassung, um Kontrolle, um Entscheidungen, die nicht frei sind. Und um die Fragen, die bleiben: Was ist erinnerungswürdig? Was bleibt? Und was verschwindet?
Während in der Keibelstraße die Räume des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses mit Zellen, Fluren und Türen erhalten sind, steht das ehemalige Frauengefängnis Barnimstraße nicht mehr. Ein künstlerischer Hörweg des Künstlers Christoph Viscorsum macht dort heute die Perspektiven von Frauen, ihre Stimmen und Erfahrungen zugänglich.
Die nun neu konzipierte, etwa zweistündige Führung unter dem Titel „Versteckt & Verschwunden“, bringt die Besucher:innen von der Untersuchungshaftanstalt in der Keibelstraße zum ehemaligen Frauengefängnis Barnimstraße. Im Mittelpunkt der Führung steht die Frage, wie Haft, Kontrolle und politische Verfolgung Menschen geprägt haben. Im ersten der Führung in der Keibelstraße erhalten die Besucher:innen Einblicke in die Geschichte der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt sowie in die Strukturen und Mechanismen staatlicher Kontrolle und Überwachung in der DDR.
Der zweite Teil widmet sich dem ehemaligen Frauengefängnis Barnimstraße und der Geschichte des Ortes, der zwischen 1864 und 1974 als Gefängnis genutzt wurde. Besonders betrachtet werden die Erfahrungen politisch verfolgter Frauen in der DDR, ihre Haftbedingungen und die Auswirkungen staatlicher Repression.
Zusätzliche Informationen
Anmeldung unter: anmeldung@keibelstrasse.de
Die Teilnahme ist kostenlos