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Vernissage und Konzert

Die Krankenhauskirche im Wuhlgarten lädt zur Eröffnung der Einzelausstellung „Zerbrechliche Schönheit“ der in Berlin-Kaulsdorf lebenden Künstlerin Marita Czepa ein.

Die Ausstellung widmet sich der Schönheit und zugleich der Verletzlichkeit unserer Natur in einer Zeit tiefgreifender ökologischer Veränderungen.

Marita Czepa zeigt Landschaften des Anthropozäns – jenes Erdzeitalters, in dem der Mensch zu einem prägenden Einflussfaktor für Klima, Umwelt und Landschaft geworden ist. Ihre Arbeiten entstehen überwiegend in Aquarell und Tusche und bewegen sich zwischen Beobachtung, Erinnerung und künstlerischer Reflexion. Sie zeigen Landschaften, die von menschlichen Eingriffen, Klimawandel und Ressourcennutzung geprägt sind oder bereits deren Spuren tragen.

Dabei geht es der Künstlerin nicht um eine dokumentarische Wiedergabe, sondern um die Frage, wie sich unser Blick auf Landschaft verändert, wenn wir ihre Gefährdung mitdenken.

Seit vielen Jahren verzichtet Marita Czepa bewusst auf neu gekauftes Malpapier. Stattdessen arbeitet sie auf bereits gebrauchten Materialien: Zeitschriftenseiten, Packpapier, ausrangierten Hängeregistern, Werbeplakaten oder gebrauchten Papiertüten. Diese gebrauchten Papiere tragen ihre eigene Geschichte bereits in sich und werden Teil des künstlerischen Ausdrucks. Die gealterten Oberflächen, Gebrauchsspuren und verblassten Drucke verleihen den Arbeiten eine zusätzliche Bedeutungsebene.

Sie erzählen von Vergänglichkeit, Wiederverwendung und Wertschätzung von Ressourcen. Die Künstlerin versteht diese Arbeitsweise zugleich als bewussten Gegenentwurf zu einer konsumorientierten Wegwerfgesellschaft.

Die Natur ist seit Jahrzehnten Marita Czepas wichtigster Impulsgeber. Zahlreiche Reisen nach Island, Norwegen, Grönland, Lettland, Frankreich, Italien und durch Deutschland haben ihren Blick auf Landschaft geprägt.

Besonders die Begegnung mit den weiten, vielfach noch unberührten Landschaften Islands führte zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Folgen menschlichen Handelns auf die Umwelt. Schönheit erscheint in ihren Bildern daher niemals als bloße Idylle. Sie ist stets verbunden mit Fragen nach Verantwortung, Verlust und Zukunft.

Die Ausstellung trägt den Titel „Zerbrechliche Schönheit“, weil sie genau dieses Spannungsfeld sichtbar macht: die Faszination für die Natur und zugleich das Wissen um ihre Verletzlichkeit.

Die leuchtenden, oft transparenten Aquarellfarben treffen auf gealterte Papiere, fragile Oberflächen und Spuren früherer Nutzung. So entstehen Bildräume, in denen Schönheit und Vergänglichkeit untrennbar miteinander verbunden sind.

Die Ausstellung regt Besucherinnen und Besucher dazu an, die Landschaften unserer Gegenwart neu zu betrachten – als kostbare, aber verletzliche Lebensräume, deren Zukunft auch in unseren Händen liegt.

Marita Czepa, geboren 1956 in Demmin, lebt seit 1983 in Berlin.

Nach einem Studium an der Akademie für Malerei Berlin entwickelte sie einen eigenständigen künstlerischen Standpunkt, der Landschaft, Umweltfragen und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

Die Vernissage wird von einem besonderen Jazzkonzert des Kaupp Trios begleitet. Die junge Sängerin Franziska Kaupp, der Berliner Jazzpianist Leander Neidig und der Kontrabassist Per Moritz „Pelle“ Buschmann haben für diesen Abend eigens ein Programm zusammengestellt, das das Thema der Ausstellung aufgreift.

Titel wie What a Wonderful World, Nature Boy, La Mer, Stormy Weather oder Fragile spiegeln die Schönheit der Natur ebenso wie ihre Verletzlichkeit wider und treten in einen musikalischen Dialog mit den gezeigten Landschaften.

Vernissage: Samstag, 4. Juli 2026, 17 Uhr

Laudatio: Joachim Czepa

Konzert: Kaupp Trio | Jazz

Per Moritz »Pelle« Buschmann (Bass), Leander, Neidig (Piano), Franziska Kaupp (Gesang)

Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung:

Artist Talk: Donnerstag, 30. Juli 2026, 15 Uhr

Künstlergespräch und Führung mit Marita Czepa

Finissage: Samstag, 12. September 2026, 17 Uhr

Konzert: MALTE VIEF (verschiedene Gitarreninstrumente),

Musikalische Bilder – stilübergreifend und emotional

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