Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
Dafür kooperiert das Werkbundarchiv – Museum der Dinge mit der weißensee kunsthochschule berlin, die im Jahr 2026 ihr 80. Jubiläum feiert.
1946 im Berliner Nordosten innerhalb der sowjetischen Besatzungszone gegründet, steht die Hochschule für die Geschichte Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg – mit allen Auf- und Umbrüchen.
Als Hochschule für angewandte Kunst versteht sich Weißensee seinerzeit als Pendant zu einer Kunstakademie. Die „Angewandten“ setzen im alltäglichen Leben an: Hier ist die Not in der kriegszerstörten Stadt am größten. Alle Künste – Malerei, Plastik, Grafik, Bühnenbild, Mode und Textil, Keramik und industrielle Gestaltung – beziehen sich auf die Architektur und die Lebenswelt.
In ihrer Ausrichtung wird die Hochschule geprägt von Gestalter:innen der Moderne wie Herbert Hirche, Mart Stam oder Selman Selmanagić. Ihre Ansätze für die Lehre – gemeinsames Grundlagenstudium, enger Praxisbezug und fächerübergreifendes Arbeiten – gelten bis heute. „Gestalten für Berlin“ beleuchtet künstlerische Grundlagen, Entwurf und Praxis und versammelt historische und gegenwärtige Arbeiten aus den Bereichen Formgestaltung und Grafikdesign. Zudem fragt die Ausstellung nach aktuellen Perspektiven: Was heißt es, heute Design zu studieren? Ob Berlinale-Plakat oder der Schriftzug für das Kino International, U-Bahn oder Fahrrad, Weltzeituhr oder klimaschützende Fassaden, Brandwände oder Bühnenplakate: Generationen von Studierenden, Lehrenden und Absolvent:innen aus Weißensee gestalten Berliner Stadträume, Kultur und Mobilität, kurz: den
Berliner Alltag.
Die Ausstellung ist eine Skizze und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann weder das Schaffen aller Menschen und Fachbereiche aus acht Jahr-
zehnten noch das Wirken über Berlin hinaus abbilden. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sowie der umfangreichen Kürzungen im Wissenschafts- und Kulturbereich verweist „Gestalten für Berlin“ auf die Innovations- und Gestaltungskraft von Design, Kultur und Lehre und deren Bedeutung für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt.
Eröffnung am 15. April 2026, 19 Uhr
(Eintritt frei)
Grußwort: Cerstin Richter-Kotowski, Staatssekretärin für Kultur, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellscaftlichen Zusammenhalt Berlin
Grußwort: Dr. Angelika Richter, Präsidentin der weißensee Kunsthochschule berlin
Inhaltliche Einführung: Silke Ihden-Rothkirch, Florentine Nadolni (Kuratorinnen)
Zur Szenografie: Elizaveta Parfenova, Jonas Leue, Studierende weißensee kunsthochschule berlin
Musik: DJ Royal Radiator
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm:
Gespräche, Vorträge & Lesungen
Do 21.5.2026 18:00
Arbeiten für Berlin
Gespräch mit aufsiemitgebrüll, Claudia Schramke, Various&Gould
Do 18.6.2026 18:00
Umbrüche: von der DDR in die BRD
Gespräch mit Matthias Gubig, Joachim Hamster Damm, Nanne Meyer, Henning
Wagenbreth
Do 2.7.2026 18:00
Hirdina Lecture I
„Nicht, dass das am Ende zu kopflastig wird!“
Lesung und Gespräch mit Dominik Harborth und Thomas Schmiedgen
Do 17.9.2026 18:00
„Von Vagabunden, Rechthabern und Marxisten“
Vortrag von Jörg Petruschat
Release Tagungsband „Zukünfte bilden“ der Gesellschaft für Designgeschichte
Do 15.10.2026 18:00
greenlab: Neue Materialgerechtigkeit
Gespräch mit Mareen Baumeister, Sofia Fernández, Joana Schmitz
Mo 2.11.2026 18:00
Berliner Bildgeschichten
Gespräch mit Mawil, Ulli Lust, Bea Davies, Lias Sinram
Do 21.1.2027 18:00
Hirdina Lecture II
Utopische Konstruktionen. Avantgardeprojekt
Lesung und Gespräch mit Silke Ihden-Rothkirch
Do 18.2.2027 18:00
Die Zukunft der visuellen Arbeit
Gespräch mit Wim Westerveld, Quang Nguyen, Jan-Henning Raff
Zusätzliche Informationen
Öffnungszeiten
Das Museum ist geöffnet:
- Donnerstag – Montag, jeweils 12 – 19 Uhr
- Dienstag und Mittwoch geschlossen

