Die Berliner Museumslandschaft bietet euch eine unglaubliche Vielfalt, aus der wir euch elf Museen vorstellen, die sich speziellen und ungewöhnlichen Themen gewidmet haben.
Besonderer Tipp: Entdeckt auch Ausstellungen & Installationen, wo ihr atemberaubende Selfies und Bilder für Instagram, Tik Tok und Co. machen könnt, und besucht die spannenden immersiven Ausstellungen:
Selfie-Museen & Immersive Ausstellungen
Tipp 1: Synthesizer Museum Berlin
Ein toller Ausflug für alle unter euch, die sich für elektronische Musik und Technik interessieren: Im Synthesizer Museum Berlin stehen vor silbern tapezierten Wänden rund 50 Mischboards und Klangmaschinen, begleitet von blinkenden Lichtern an den Reglern und warten darauf, entdeckt zu werden. Ihr findet legendäre Synthesizer, die aufwändig restauriert wurden, aber auch auf der Welt einzigartige Objekte. Das Besondere: Auf vielen Geräten könnt ihr eure Musik spielen, neue Tonfolgen kreieren, und nebenbei ein gutes Gefühl für die Entwicklung der elektronischen Instrumente bekommen. Erfahrt, wie Synthesizer den Klang von Pop, Elektro und Film-Musik verändert haben.
Wann: Mo –So 10:00–18:00 Uhr, Di geschlossen
Wo: Skalitzer Straße 135A, Kreuzberg
Tipp 2: LAS Art Foundation
Wo gibt es Berührungen zwischen Kunst, Technologie und Wissenschaft? In Berlin gibt es eine aufregende Kunstplattform als Schnittstelle dieser Bereiche. Wenn euch dieses absolut horizonterweiternde Thema interessiert, besucht die LAS Art Foundation: Gemeinsam mit Künstler:innen wird an Installationen, Performances und experimentellen Formaten gearbeitet, die neue Perspektiven auf aktuelle Themen schaffen — von KI über Gaming und Quantencomputing bis hin zu Ökologie und Biotechnologie. Bei der LAS Art Foundation bekommt ihr keine klassische Dauerausstellung, sondern ein Programm aus wechselnden Projekten angeboten. LAS zeigt sie an unterschiedlichen, oft ungewöhnlichen Orten - mal als raumfüllende Installation, mal als Event oder Projekt im Stadtraum. Ein Erlebnis, das euch Zukunftsszenarien nahe bringt.
Wann: je nach Ausstellung/Programm (aktuelle Termine stehen im Programm)
Wo: wechselnde Locations in Berlin (Ort steht jeweils auf der Programmseite)
Tipp 3: Medizinhistorisches Museum der Charité
Macht euch auf eine spannende Reise durch 300 Jahre Medizingeschichte! Im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité erfahrt ihr alles über die Geschichte medizinischer Forschung, OP-Instrumente, technische Innovationen und den Wandel ärztlicher Praxis über Jahrhunderte hinweg. Besonders eindrucksvoll: Das Museum vermittelt an Beispielen und Objekten nachvollziehbar, wie sich Diagnosen, Therapien und chirurgische Möglichkeiten verändert haben. Dazu gehört auch die Präsentation von Präparaten und konservierten menschlichen Körperteilen, die früher zu Lehr- und Studienzwecken aufbewahrt wurden. Sie werden in respektvoller und würdiger Form gezeigt. Dennoch können diese besonderen Exponate emotional herausfordernd sein. Daher ist das Museum eher für ältere Jugendliche und Erwachsene bestimmt und für Kinder aus unserer Sicht nicht geeignet. Aber wen Medizin & Wissenschaft, ein Stück Menschheitsgeschichte und letztlich die großen Fragen rund um den menschlichen Körper faszinieren, wird tief beeindruckt sein.
Wann: Di, Do, Fr, So 10–17 Uhr / Mi + Sa 10–19 Uhr
Wo: Medizinhistorisches Museum der Charité, Charitéplatz 1, Mitte
Tipp 4: URBAN NATION MUSEUM for Urban Contemporary Art
Streetart und Urban Art gehören fest in das Berliner Stadtbild und haben eine besondere Eigenschaft: Die Kunst an Gebäudefassaden und im offenen Stadtraum ist vergänglich und das Ephemere ist auch Teil des Konzeptes. Im Urban Nation Museum spürt ihr genau diese Flüchtigkeit der Kunstwerke, die hier übrigens nicht der Stadtlandschaft "entnommen", sondern größtenteils für das Ausstellungsprojekt des Museums geschaffen wurden. In den hohen, mit Brücken verbundenen Geschossen sind die Werke besonders gut zu betrachten - aus der Nähe und aus der Distanz. Gleichzeitig widmet sich das Museum auch der Geschichte und den Hintergründen der künstlerischen Bewegung. Die Außenfassade wird übrigens regelmäßig von wechselnden Künstler:innen gestaltet.
Wann: Di + Mi 10 - 18 Uhr, Do bis So 12 – 20 Uhr, Mo geschlossen
Wo: Bülowstraße 7, Schöneberg
Tipp 5: Samurai Museum Berlin
Wenn euch der Mythos Samurai fasziniert, dann seid ihr hier richtig: Taucht ein in die rund 700 Jahre alte Geschichte der legendären japanischen Kriegerkaste! Zu sehen sind nicht nur rund 1.000 historische Ausstellungsstücke, darunter Rüstungen, Schwerter und Masken. Im Nō-Theater könnt ihr alle 30 Minuten Szenen aus verschiedenen Nō-Theaterstücken oder Taiko-Trommel-Vorführungen erleben und im Teehaus Rituale wie die Teezeremonie kennenlernen. Die vielen interaktiven und multimedialen Stationen bringen euch viele andere geschichtliche und kulturelle Besonderheiten und Einflüsse der Samuraikultur auf das heutige Japan nahe - bis hin zu Manga, Anime und der Gamekultur.
Wann: Täglich 10 – 19 Uhr
Wo: Auguststraße 68, Mitte
Tipp 6: Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Alltagsgegenstände umgeben uns ständig - und können sehr spannend sein! Im Museum der Dinge geht es um Produkte, Formen, Materialien und um die Geschichten hinter scheinbar „normalen“ Objekten. Nehmt einen Einblick in Designkultur und Konsumgeschichte und lernt ebenso die Designklassiker als auch die Massenprodukte des 20. und 21. Jahrhunderts kennen. Euch wird, sofern ihr nicht mehr ganz jung seid, der Wiedererkennungswert zum Lachen bringen und euch wird plötzlich bewusst, wie stark Produktdesign unser Leben prägt und beeinflusst. Seht die „Frankfurter Küche“ – ein Meilenstein der modernen Wohn- und Haushaltsgestaltung, das weiße "Michelin-Männchen", eine Gummi-Badehaube aus den 1970ern oder Kindersneakers mit Barack-Obama-Motiv.
Wann: Do bis Mo 12 – 19 Uhr, Di + Mi geschlossen
Wo: Leipziger Straße 54, Mitte
Tipp 7: Polizeihistorische Sammlung Berlin
1809 wurde der erste Berliner Polizeipräsident ernannt - die verschiedenen Uniformpuppen mit aufwändigen Spitzhauben wirken schon herrlich komisch! Ebenso die "Fortbewegungsmittel" der Polizei durch die Jahrzehnte. Aber die Polizeihistorische Sammlung bietet euch vieles mehr: Installationen, Filme, sichergestellte Tatwerkzeuge, Berichte zu spektakulären Kriminalfällen, aber auch Filme und Fotos mit Zeitzeug:innen. Die Geschichte der Berliner Kriminal- und Schutzpolizei ist spannend und wird anschaulich und kritisch in all ihren Höhen und Tiefen gezeigt. Besonders spannend: die Tagesberichte aus allen Zeiten. Ob es um die gerichtliche Aufarbeitung der NS-Justiz nach dem Zweiten Weltkrieg geht, um die Hausbesetzerszene oder um einen Polizeieinsatz anlässlich des Gastauftritts der Rolling Stones in der Berliner Waldbühne.
Wann: Mo bis Mi, 9 - 15 Uhr
Wo: Polizei Berlin, Platz der Luftbrücke 6, Tempelhof
Tipp 8: Museum der Stille
Wenige, große Gemälde des Künstlers Nikolai Makarov, nebelhafte, in dämmriges Schwarzbraun gefärbte Wolken- und Landschaftsfragmente, und sanft beleuchtete Räume von tiefer, erdig-roter Farbigkeit - das ist die besondere Atmosphäre im Museum der Stille, die ihr als meditativ, ganzheitlich und intim wahrnehmen werdet. Ein interessanter Aspekt mehr: die "Wegearchitektur" aus Modellen, darunter die Werke von Sergei Tchoban und Franco Stella oder Max Dudler. Wenn ihr am Wochenende im quirligen Kiez Mitte unterwegs seid, nutzt diese Oase der Ruhe und Kontemplation, wo schalldämpfende Teppiche jedes noch so kleine Geräusch schlucken.
Wann: Samstag–Sonntag 14 – 19 Uhr
Wo: Linienstraße 154A, Mitte
Tipp 9: Plattenbau-Museumswohnung
Es ist nicht nur der Sprung zurück in die Zeit der DDR. Wenn ihr die Plattenbau Museumswohnung in Berlin-Marzahn betretet, habt ihr sofort das Gefühl, zu Gast zu sein: Nicht nur Polstergarnitur und Kücheneinrichtung stehen noch, vom Zahnputzbecher bis zum Salzstreuer ist alles da, Tapeten, Fußboden, Lichtschalter - alles und komplett aus der DDR-Produktion. Lasst eure Blicke schweifen und auf Walter Womackas Bild "Am Strand" verweilen - vielleicht die am meisten verkaufte Kunst im ehemaligen Ostberlin. Wer in den 1970er und 1980er Jahren eine der hochmodernen Plattenbauwohnungen in Marzahn beziehen konnte, war glücklich und die WBS-70-Modelle des VEB Wohnungsbaukombinats Cottbus waren für die meisten Luxus, verfügten sie doch über ein eigenes Badezimmer, Warmwasser und Fernheizung. Macht einen Sonntagsausflug in die "Platte" und rundet ihn mit dem beliebten "Skywalk", 70 Meter über der Marzahner Promenade, ab - bei gutem Wetter seht ihr von dort bis in die Innenstadt und das ganze Brandenburger Umland!
Wann: So 14 –16 Uhr
Wo: Hellersdorfer Straße 179, Marzahn
Tipp 10: Deutsche Kinemathek
Vielleicht kanntet ihr das Museum für Film & Fernsehen am Potsdamer Platz, das schließen musste. Solange noch kein fester Ort für die erneute Ausstellung seiner Sammlung gefunden wurde, lädt euch die Deutsche Kinemathek zur multimedialen Installation "Screentime" ins E-Werk Berlin ein. Hier könnt ihr in den nächsten Jahren wieder Highlights aus 130 Jahren deutscher Film- und Fernsehgeschichte sehen: Unvergessene Filmszenen, dazu Fotografien, Kostümentwürfe für Marlene Dietrich, Masken aus Fatih Akins Film „Rheingold“, und vieles mehr. Die historische Halle des ehemaligen Umspannwerks wurde hierfür zu einer hohen, rund 600 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche mit schwebenden Gazeflächen und spannenden Projektionen umgestaltet. Lasst euch von bewegten Bildern mitnehmen und erfahrt, dass ihre Geschichte ein fortlaufender Prozess ist: vielschichtig, faszinierend und voller Widersprüche.
Wann: Täglich 10 - 18 Uhr
Wo: Deutsche Kinemathek im E-Werk, Mauerstraße 79, Mitte
Tipp 11: Das Proviantmagazin der Zitadelle
Die Dauerausstellung des kleinen Museums, einst das Proviantmagazin der Zitadelle in Spandau, passt ungewöhnlich gut in seine Umgebung: Im Innenhof der mauerstarken Festung aus dem 16. Jahrhundert hört ihr fast noch das Wiehern der Pferde und die Rufe der Ritter. Das umgebaute Proviantlager zeigt dazu originale Denkmäler aus Berlin, die aus dem heutigen Stadtbild, natürlich oftmals "aus Gründen", verschwunden sind. Die Ausstellung "Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler" zeigt teils riesige Skulpturen, darunter die Herrscherskulpturen der einstigen Siegesallee, heute die Straße des 17. Juni, aber auch den berühmten "Lenin-Kopf" und den "Zehnkämpfer“ von Arno Breker, Lieblingskünstler von Adolf Hitler. Ihr merkt schon - Denkmalkultur ist überhaupt kein einfaches Thema! Die Ausstellung zeigt euch, wie Machthaber:innen das Stadtbild prägen wollten – und wie schnell Denkmäler nach Umbrüchen wieder verschwinden können. Der Ausflug lohnt sich, besonders wenn ihr auch anschließend noch Ritter-Ausrüstungen, Helme, Zinnschmuck und vieles mehr aus Geschichte der Zitadelle im Stadtgeschichtlichen Museum anschauen wollt.
Wann: Fr bis Mi 19 - 17 Uhr, Do 13 - 20 Uhr
Wo: Zitadelle Spandau/Proviantmagazin, Am Juliusturm 64, Spandau
Enthüllt
Den ganzen Überblick über ungewöhnliche Museen in Berlin findet ihr auf visitBerlin.de:
