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Vortrag und Bühnengespräch mit Gilda Sahebi und Lars Castellucci

Im Januar 2026 gingen unzählige Iranerinnen und Iraner auf die Straßen und forderten ein Ende der Islamischen Republik. Sie wagten den Protest, obwohl das menschenverachtende Regime alle bisherigen Demonstrationen brutal niedergeschlagen hatte, zuletzt im Jahr 2022.


Aber erneut reagierte der Staat mit beispielloser Gewalt: Tausende, womöglich Zehntausende Menschen wurden erschossen, darunter viele junge Menschen und sogar Kinder. Bevor die Bevölkerung diesen Schock auch nur ansatzweise verarbeiten konnte, brach Ende Februar der Krieg mit den USA und Israel aus, der bis heute andauert. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Folgen dieses Krieges beschäftigen die ganze Welt – während über die Situation und Zukunft der Menschen im Iran kaum jemand redet.


Was sind Menschenrechte heute noch wert – und wer kann, wer will sie überhaupt noch durchsetzen?

Diese Frage steht im Mittelpunkt der Willy Brandt Lecture der Journalistin und Politikwissenschaftlerin Gilda Sahebi.


Am Umgang mit der Islamischen Republik lässt sich zeigen, wie Menschenrechte von der europäischen und internationalen Politik zu einem vernachlässigbaren Faktor degradiert werden. Initiativen und Organisationen, die sich für Menschenrechte einsetzen, werden weltweit unter Druck gesetzt oder verlieren Unterstützung. Die Verletzung von Menschenrechten ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht nur in autoritären Systemen strukturell verankert, sondern auch in demokratischen. Wo der politische Schutz von Menschenrechten endet, beginnt die Verantwortung, für genau diese Rechte aufzustehen.


Im Anschluss an ihren Vortrag diskutiert Gilda Sahebi in einem Bühnengespräch mit Lars Castellucci (SPD), dem Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe.


  • Begrüßung und Eröffnungsrede: Wolfgang Thierse | Bundestagspräsident a. D. und Kuratoriumsvorsitzender der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung
  • Willy Brandt Lecture 2026: Gilda Sahebi | Journalistin und Politikwissenschaftlerin
  • Bühnengespräch: Gilda Sahebi und Lars Castellucci (SPD) | Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe

Eintritt frei. Anmeldung über das Online-Formular auf der Webseite der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung erbeten.


  • Die Veranstaltung wird als Livestream übertragen und steht im Anschluss als Video-on-Demand sowie als Podcast zur Verfügung

Bitte beachten: Zugang über den Eingang Markgrafenstr. 38.


Willy Brandt Lecture


Zur Willy Brandt Lecture lädt die Stiftung herausragende Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft oder Kultur nach Berlin ein. In der Lecture greifen sie im Geiste Willy Brandts Themen auf, die für das Verständnis unserer Geschichte und die Gestaltung unserer Gegenwart und Zukunft von zentraler Bedeutung sind. In den vergangenen Jahren hielten u.a. der Historiker Adam Tooze, die Geschäftsführerin der Internationalen Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen (ICAN), Beatrice Fihn, die Umweltaktivistin Naomi Klein, der Internetpionier Jaron Lanier sowie die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, die Willy Brandt Lecture.

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