Programm
4.11.: Lesung »Schweinebaumeln«
- 20:00 Uhr
Lustvoll und entlarvend erkundet Marta Dzido in ihrem Erzählband »Schweinebaumeln« unterschiedliche Facetten von Liebe, Erotik und Sinnlichkeit. Beeindruckend schreibt sie aus verschiedenen Perspektiven – mal aus dem Hier und Jetzt, mal im Rückblick, mal aus Frauen-, mal aus Männerperspektive – über die widersprüchlichen Gefühle und Erfahrungen, die mit Begehren und Zuneigung einhergehen. Dabei zeigt sie, welche sozialen Normen der 1990er-Jahre in Polen ihre Figuren bis ins Erwachsenenalter prägen und wie befreiend es sein kann, sie hinter sich zu lassen.
An dem Abend stellt Marta Dzido ihren Erzählband vor. Über die Arbeit an der Übersetzung berichtet Antje Ritter-Miller, die die deutschen Passagen lesen wird. Moderiert wird die Veranstaltung von Verlegerin Sarah Käsmayr.
5.11.: Film »Die Frauen der Solidarność«
- 18:00 Uhr
Anfang der 1980er Jahre zählte die freie und selbstverwaltete polnische Gewerkschaft »Solidarność« über 10 Millionen Mitglieder. Die Hälfte davon waren Frauen. Der Film rekonstruiert ihre bisher kaum erzählte Geschichte. Er spürt der Frage nach, warum die Erinnerung an die »weibliche Seite« der Opposition so in Vergessenheit geraten ist und rollt den politischen Umbruch in Polen aus neuer Perspektive auf.
Der Mut der Frauen wird ebenso nachvollziehbar wie die Härte der Sicherheitsorgane gegen dieses Engagement. Im Anschluss an die Vorführung wird Marta Dzido für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stehen, moderiert von Hansi Oostinga.
5.11.: Film »Frauen der ersten Stunde«
- 20:30 Uhr
In ihrem Dokudrama thematisiert das Regie-Duo Marta Dzido und Piotr Śliwowski die Frauen, die in Polen für ihr Wahlrecht und die Gleichberechtigung der Frauen gekämpft haben. Angefangen hat das mit Kazimiera Bujwidowa, die sich in den 1880er Jahren dafür einsetzte, dass auch Frauen die Warschauer Universität besuchen dürfen.
Maria Dulębianka folgte wenig später als erste polnische Kandidaten für das Parlament. Die Schriftstellerin Zofia Nałkowska forderte Geschlechtergleichheit nicht nur in politischer, sondern auch in moralischer Hinsicht. Die als Päpstin des Feminismus bezeichnete Paulina Kuczalska setzte sich ebenfalls für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein.
All diese Frauen kämpften unermüdlich für ihre Rechte. Im Anschluss an die Vorführung wird Marta Dzido für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stehen, moderiert von Hansi Oostinga.
Über die Filmemacherin
Marta Dzido (*1981) ist Schriftstellerin, Regisseurin und Produzentin von Dokumentarfilmen. Sie studierte an der Polish National Film, Television and Theatre School in Łódź und veröffentlichte bereits mehrere Romane, sowie das Sachbuch »Women of Solidarity«.
Ihr 2018 erschienener Roman »Frajda« wurde mit dem »Literaturpreis der Europäischen Union« ausgezeichnet.
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