Gibrana Cervantes & Geraldo Salas
Mit seinen vier Soloalben, die bei Mute erschienen sind – Minus (2018), Liv (2019), On&On (2020) und GUT (2023) –, hat er eine musikalische Praxis entwickelt, in der Songwriting, Improvisation und Abstraktion in einem ständigen Austausch miteinander stehen. Als Kollaborateur avantgardistischer Musiker:innen wie Keiji Haino, Maggie Nichols, Elvin Brandhi und Joel Grip (um nur einige zu nennen) schafft er Musik, die Raum für Ungewissheit lässt und Klänge sich einer eindeutigen Auflösung widersetzen lässt.
Als Filmkomponist ist er vor allem für seine Musik zu Brady Corbets The Brutalist (2025) bekannt, in der sich rohe emotionale Tiefe und epische Dimensionen mit radikalen klanglichen Experimenten verbinden. Seine Filmmusik zu Gianfranco Rosis Sotto le Nuvole (Pompei: Below the Clouds, 2025) schlägt einen anderen Weg ein: eine unterschwellige, beunruhigende Klangwelt aus Holzbläserresonanzen, verzerrten Tönen und Foley-Texturen, die sich parallel zum filmischen Porträt Neapels entfaltet – einer Stadt, deren Geschichte von den Spuren ihrer eigenen verschütteten Vergangenheit geprägt ist. Blumberg verbiegt und zersetzt die Klänge akustischer Instrumente, bis sie irgendwo zwischen dem Menschlichen und dem Mechanischen, dem Vertrauten und dem Unbekannten schweben.
Neben seiner musikalischen Arbeit ist Blumberg auch als bildender Künstler tätig. Seine Silberstiftzeichnungen wurden international ausgestellt, unter anderem auf der Biennale von Venedig, in der KW Berlin, in den Deichtorhallen Hamburg und bei Balice Hertling in Paris. Seine Arbeiten in den Bereichen Musik, Film und bildende Kunst verbindet das Interesse an dem, was entsteht, wenn vertraute Formen bis zur Unkenntlichkeit verändert werden.
Gibrana Cervantes ist eine mexikanische Geigerin und Komponistin und lebt in Berlin. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen experimenteller Musik und zeitgenössischer Performance. Sie versteht die Violine als erweitertes Instrument, das sich zwischen Melodie, Fragilität, Verzerrung und Noise bewegt. Durch Verstärkung, Effekte und einen körperlichen Zugang zum Instrument entwickelt sie Performances, in denen Wiederholung, Transformation und das Unvorhersehbare eine zentrale Rolle spielen.
Ihr Soloalbum verdad y error (AWOS, 2026) versammelt musikalische Ideen, die über einen längeren Zeitraum in Live-Performances und Studioaufnahmen entstanden sind. Geschichtete und bearbeitete Violinen bewegen sich zwischen intimen Melodien und dichten Texturen. Dabei geht es um die Suche nach Ruhe inmitten von Unsicherheit und um die wechselhafte Beschaffenheit von Erinnerung.
Cervantes komponiert und performt für Florentina Holzinger, unter anderem für SANCTA, A Year Without Summer und SEA WORLD VENICE, das 2026 im österreichischen Pavillon der Biennale von Venedig präsentiert wird. Darüber hinaus arbeitet sie bei Holzingers Projekten als Co-Komponistin und Co-Musical Director. Sie ist Mitglied des experimentellen Ensembles Amor Muere, gemeinsam mit Mabe Fratti, Concepción Huerta und Camille Mandoki. Bei dieser Performance tritt Cervantes gemeinsam mit Gerardo Salas auf.
Zusätzliche Informationen
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