Vorträge, Gespräche, performative und poetische Gesten, Film-Screening, DJ-Set
In Erinnerung an die Pionierinnen der Négritude-Bewegung fragt das Projekt, was wir 100 Jahre später von ihrer Praxis lernen können.
Ein Programm aus Literatur, Poesie, Tanz, Performance und Musik verbindet historische mit zeitgenössischen Formen des Salons und erkundet Orte des Austauschs, der Solidarität und der Zukunftsgestaltung.
Was entsteht, wenn wir zusammenkommen? In den 1920er und 30er Jahren schufen Paulette Nardal und ihre Schwester Jeanne einen der einflussreichsten Treffpunkte der Zwischenkriegszeit für Schwarze Intellektuelle. Ihr Salon Nardal war eine Brutstätte für Ideen, Debatten und kulturellen Austausch. Durch organisierte Zusammenkünfte mit Autor*innen, Pädagog*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen wie Suzanne und Aimé Césaire, Léon-Gontran Damas, Suzanne Lacascade, René Maran, Léopold Senghor und vielen anderen trugen die Nardal-Schwestern maßgeblich dazu bei, Paris als intellektuelles Zentrum der Schwarzen Welt zu etablieren. Während jedoch männliche Vertreter wie Césaire und Senghor als Begründer der Négritude Bekanntheit erlangten, blieb die Bedeutung der Nardal-Schwestern für die Entstehung der Bewegung lange Zeit weitgehend unbeachtet.
Der Salon Nardal, Re-enactments und Re-enchantments lässt den Salon als Ort der Präsenz, des kollektiven Denkens und der politischen Vorstellungskraft wiederaufleben. Ausgehend vom Wirken der Nardal-Schwestern betrachtet das Projekt den Salon als lebendige Praxis. In einer Zeit zunehmender Ablehnung des Pluralismus und schwindender Freiräume für Dissens gewinnt die Frage nach dem Salon als Infrastruktur des kollektiven Denkens neue Dringlichkeit. Gemeinsam mit anderen diasporischen Versammlungsorten in Abidjan, Berlin, Dakar, Douala, Fort-de-France und Paris fragt das Projekt, wie gemeinschaftliche Orte der Selbstbestimmung und der Zuflucht geschaffen und langfristig erhalten werden können.
Mit:
Jumoke Adeyanju, Lisa Anderson, Archive Books, Maisha-Maureen Auma, Vincent Bababoutilabo, Hemley Boum, Miriam Siré Camara, Edwige Dro, Brent Hayes Edwards, Simone Lagrand, Léa Mormin-Chauvac, Amandine Nana, Bisrat Negassi, Mame-Fatou Niang, Pascale Obolo, Élodie Paul, Ròt-Bò-Krik, Tracy Denean Sharpley-Whiting, Eric Otieno Sumba, Sónia Vaz Borges und anderen.
Zusätzliche Informationen
Informationen zur Barrierefreiheit
Simultanübersetzung ins Englische, Französische und Deutsche. Live-Untertitelung auf Englisch. Ausgenommen sind Performances.
Für Rollstuhlfahrer:innen zugänglich.
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