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von Iván Ruge

Du denkst, jetzt passiert etwas. Veränderung. Steigerung. Entwicklung. Aber in Wirklichkeit passiert: Nichts. So wartet Antigone auf der Bühne, wo sie die immer gleichen Geschichten vom Sterben aufsagen soll. Sie wird noch hunderte Male sterben und eingegraben werden. Und wir werden sie noch hunderte Male wieder ausgraben. Wir wiederholen immer wieder dieselbe Geschichte, und doch erinnern wir uns an nichts. Während draußen immer mehr Menschen sterben, bleibt die Bühne leer von ihren Toten. Für sie gibt es keinen Text.


Angestiftet von der ewigen Wiederkehr der sophoklesschen Antigone und unter dem Eindruck der brutalen Ereignisse weltweit eskalierender Konflikte unternimmt eine Gruppe junger Theaterschaffender den paradoxen Versuch, Antigone gerade dadurch am Leben zu halten, dass man sie endlich verrotten lässt.

Wenn die Geschichte längst Wirklichkeit geworden ist – welchen Sinn hat es dann noch, sie zu wiederholen? Und wenn die Welt selbst zum Theater des Tötens wird – was kann Theater dann noch sein?


Dieser persönliche, körperliche Abend über Theater, Tod, Krise, Erinnerung und Widerstand ist im Rahmen des Hamburger Nachwuchsfestivals KIEZSTÜRMER entstanden.

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November 2026
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