On Site
Am Kulturforum Berlin zwischen der Neuen Nationalgalerie und der Philharmonie entsteht derzeit der Neubau für die bedeutenden Sammlungen der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts.
Das Spektrum reicht vom deutschen Expressionismus über den französischen Kubismus und Surrealismus bis hin zur US-amerikanischen und internationalen westlichen Kunst nach 1960 sowie zu Film-, Medien- und Performancekunst der 1970er- bis 2000er-Jahre.
Gordon Matta-Clark
Der US-amerikanische Konzeptkünstler und Architekt Gordon Matta-Clark (1943–1978) ist insbesondere für seine radikalen „Building Cuts“ bekannt, bei denen er physische Einschnitte in zum Abriss vorgesehene Gebäude vornahm, sie auftrennte und in ihre Strukturen geometrische Formen schnitt. Er war der Sohn des surrealistischen chilenischen Malers Roberto Matta und der US-amerikanischen Künstlerin Anne Clark.
Mit diesen großformatigen architektonischen Interventionen setzte er sich unmittelbar mit dem urbanen Raum und den dort lebenden Gemeinschaften auseinander. Seine Werke lesen sich als kritischer Kommentar zu den städtebaulichen und ökonomischen Fragen seiner Zeit: von sozialer Ausgrenzung und der Vernachlässigung von Wohngegenden über den Abriss von Wohnkomplexen bis hin zu Spekulation und Gentrifizierung.
Indem er eine große Bandbreite an Medien miteinander verband, überschritt er die Grenzen zwischen Architektur, Skulptur, Konzept- und Performancekunst sowie soziale Praxis. Dieser einzigartige Ansatz machte ihn zu einem der innovativsten und einflussreichsten Künstler*innen seiner Generation sowie zu einer zentralen Figur der New Yorker Kunstszene der 1970er-Jahre.
Ausstellung „Gordon Matta-Clark. On Site“
Die Ausstellung in berlin modern präsentiert zentrale Werke aus der prägendsten Schaffensphase seines Œuvres in den 1970er-Jahren, darunter „Clockshower“ (1973), „Splitting“ (1974), „Conical Intersect“ (1975), „City Slivers“ (1976) und „Office Baroque“ (1977) – realisiert unter anderem in New York, Paris und Antwerpen. Am prominentesten wird „Conical Intersect“ präsentiert, eine ortsspezifische Arbeit vor dem Hintergrund des damals noch im Bau befindlichen Centre Pompidou. Die Arbeit war 1975 Teil der Pariser Biennale.
Die Ausstellung – eine Hommage an Matta-Clarks Werk – ermöglicht eine eindrucksvolle Begegnung mit seinem einzigartigen und radikalen künstlerischen Ansatz, der bis heute Generationen von Künstler*innen inspiriert.
Erste Ausstellung im berlin modern
Das sich im Bau befindende neue Museum nach Plänen von Herzog & de Meuron bietet einen außergewöhnlichen temporären Ausstellungskontext für Matta-Clarks Werk. Der im Untergeschoss von berlin modern geplante Bereich für soziale Praxis nimmt auch Gordon Matta-Clarks Werk und seinen Ansatz zur sozialen Praxis als ein Vorbild. Matta-Clark setzte sich in Projekten wie seinem SoHo-Restaurant Food (1971–73) in New York und seinen „Building Cuts“ mit sozialen und urbanen Themen auseinander.
Im noch unvollendeten berlin modern erleben die Besucher*innen die Werke Gordon Matta-Clarks inmitten der Baustelle und werden selbst Teil dieser ungewöhnlichen räumlichen Situation. Es ist die erste Ausstellung in Berlins neuem Museum.
Kuratorisches Team
Die Ausstellung wird kuratiert von Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, mit Ricarda Bergmann.
- Ein Projekt der Neuen Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz in berlin modern
Zusätzliche Informationen
Öffnungszeiten:
- 10. September 2026 von 12 bis 18 Uhr
- 11. bis 13. September 2026 von 10 bis 18 Uhr
Informationen zur Barrierefreiheit
Die Ausstellung findet auf einer Baustelle statt und ist daher nicht barrierefrei zugänglich.
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