Der kubanische Jazz im Dialog mit den USA.
- 22.08.2026 | 20 Uhr
- Brotfabrik Berlin, Caligariplatz 1
Tree-O
- Regis Molina – sax
- Checho Gomez – bass
- Javier Reyes – drums
Mit dem Eröffnungskonzert beginnt die musikalische Reise in die Jazzwelten Havannas und Rio de Janeiros der 1940er bis 1960er Jahre. Tree-O widmet sich dem musikalischen Dialog zwischen Kuba und den USA und verbindet Werke der Entstehungszeit des Latin Jazz mit eigenen Kompositionen und ihrer eigenen künstlerischen Handschrift.
1947 kam der kubanische Conga-Virtuose Chano Pozo nach New York. Dort stellte Mario Bauzá ihn Dizzy Gillespie vor. Aus dieser Begegnung entstanden Werke wie Manteca und eine neue musikalische Sprache, in der sich Bebop und afrokubanische Rhythmen verbanden – der Afro-Cuban Jazz war geboren. Bereits Jahre zuvor hatte Jelly Roll Morton den afrokaribischen Rhythmus als unverzichtbaren „Spanish Tinge“ des Jazz beschrieben.
Die Konzertreihe erzählt jedoch nicht nur Musikgeschichte, sondern beleuchtet auch ihre politischen und gesellschaftlichen Hintergründe. Die "Hot Tropical Nights" fanden im Kontext des "Cold War" (des Kalten Krieges) statt. Während Havanna zunächst unter der von den USA unterstützten Batista-Diktatur stand und nach der Revolution von 1959 unter sowjetischem Einfluss geriet, erlebte Rio de Janeiro unter Präsident Juscelino Kubitschek eine kulturelle Blüte, wirtschaftlichen Aufschwung und den Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft. Gleichzeitig blieben Armut und soziale Ungleichheit allgegenwärtig. Die zunehmende Kritik daran wurde von konservativen Kräften als kommunistische Bedrohung diffamiert und mündete 1964 in den von den USA unterstützten Militärputsch in Brasilien.
Hot Tropical Nights lädt dazu ein, diese brisante Epoche neu zu entdecken: durch ihre Musik. Berliner Jazzmusiker:innen setzen sich mit den Werken dieser Zeit auseinander und führen sie mit ihren eigenen Kompositionen und ihrem individuellen Klang in die Gegenwart.
Zu Tree-O:
Regis Molina (Kuba) – Der aus Havanna stammende Saxophonist und Komponist lebt in Berlin und arbeitete bereits mit Chucho Valdés, Tony Allen und den Afrocuban All Stars zusammen.
Checho Gómez (Kolumbien) – Der kolumbianische Bassist ist seit vielen Jahren Teil der Berliner Latin- und Jazzszene und wirkt in zahlreichen internationalen Projekten mit.
Javier Reyes (Kolumbien) – Der kolumbianische Schlagzeuger lehrt am Jazz-Institut Berlin und steht für lateinamerikanische Rhythmen und modernen Jazz.
Gefördert durch die Projektförderung Jazz 2026 der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin.
Zusätzliche Informationen
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