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Vor 200 Jahren erhielt eine der ältesten Kirchen Charlottenburgs ihren heutigen Namen: Luisenkirche. Dieses besondere Jubiläum wird am 12. und 13. September 2026 mit einem abwechslungsreichen Kultur- und Festwochenende rund um die berühmte „Königin Luise von Preußen“, Berliner Geschichte und die Rolle von Kirche in der heutigen Stadt gefeiert.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die historische Figur der Königin Luise, sondern auch die Frage, welche Bilder von Frauen und welche traditionellen Rollenverständnisse bis heute fortwirken. Ein Festvortrag mit anschließendem Podiumsgespräch nimmt Luise als historische Persönlichkeit und zugleich als Projektionsfläche in den Blick und schlägt dabei eine überraschende Brücke zur Gegenwart – bis hin zur heutigen Tradwife-Bewegung.

Auch kulturell hat das Jubiläumswochenende einiges zu bieten. Zum Programm gehören ein Festkonzert mit Chor und der Uraufführung des interreligiösen „Nachtgebets“ von Ruth Wiesenfeld. Außerdem wird der opulente Stummfilm „Königin Luise“ aus dem Jahr 1927 gezeigt und live an Orgel und Klavier begleitet. Ein eigens für das Jubiläum entwickeltes Theaterstück, das gemeinsam mit professionellen Schauspieler*innen des KantTheaterBerlin entstanden ist, ergänzt das Programm.

Am Sonntag verwandelt sich der Gierkeplatz schließlich in einen kleinen Festplatz. Ein historisches Karussell, ein königliches Café, Festsuppe, Luisenbier und eine Saftbar sorgen für passende Feststimmung. Dazu kommen Ausstellungen, eine Selfie-Aktion und verschiedene Angebote aus der Nachbarschaft.

Programm:

Samstag, 12. September | 19 Uhr

Festkonzert mit Uraufführung „Nachtgebet“

Das Jubiläum beginnt mit einer musikalischen Zeitreise durch 300 Jahre Kirchenmusik. Höhepunkt ist die Uraufführung der Auftragskomposition „Nachtgebet“ der Berliner Komponistin Ruth Wiesenfeld, die das bekannte Abendgebet „Müde bin ich, geh zur Ruh“ der christlichen Dichterin Luise Hensel mit jüdischen und muslimischen Nachtgebeten verbindet. Hebräische, arabische und deutsche Texte, aber auch wortlose Gesänge machen hörbar, wie vielfältig – und auch ähnlich – Menschen über Religionen hinweg beten. Professionelle Musikerinnen und Musiker musizieren gemeinsam mit einem eigens gegründeten Projektchor. Mehr dazu hier

Sonntag, 13. September | 11 Uhr

Festgottesdienst

Mit historischen Elementen erinnert der Gottesdienst an die wechselvolle Geschichte der Luisenkirche. Er bildet den feierlichen Auftakt des Festsonntags.

Sonntag, 13. September | 12–17 Uhr

Fest rund um die Luisenkirche

Der Gierkeplatz wird zum Treffpunkt: Unter anderem gibt es ein historisches Karussell, eine Ausstellung zur Geschichte der Kirche, eine Fotobox mit Königin Luise, Marktstände, ein königliches Café, eine eigens kreierte Festsuppe und Luisenbier. Initiativen aus Kirche und Nachbarschaft stellen ihre Arbeit vor.

Sonntag, 13. September | 14 Uhr

Podium: „Königin Luise – Zwischen Mythos und Wirklichkeit: der Einfluss traditioneller Rollenbilder auf unsere Gesellschaft bis heute“

Schon zu Lebzeiten wurde Königin Luise als schöne, tugendhafte Ehefrau und Mutter verehrt, während Politik als Sache der Männer galt. Spätere Generationen formten aus ihr immer wieder ein Frauenideal, das zu den jeweiligen gesellschaftlichen Vorstellungen passte. Festvortrag und Podium fragen, wie solche Rollenbilder bis heute wirken – auch angesichts des Erfolgs der Tradwife-Bewegung und neuer Debatten über die Rolle von Frauen. Historikerin Prof. Dr. Monika Wienfort (Universität Potsdam), Berlins Gleichstellungssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD), die Theologin Dr. Ruth Heß (Theologische Studienleitung und Geschäftsführung des Studienzentrums der EKD in Kirche und Theologie), ) und Journalistin Helene Bubrowski diskutieren über Mythos, Wirklichkeit und den Einfluss historischer Frauenbilder auf unsere Gesellschaft bis heute. Mehr dazu hier

Sonntag, 13. September | 17 Uhr

Stummfilm „Königin Luise“ – live begleitet an Orgel und Klavier

Der monumentale Historienfilm Königin Luise von Karl Grune aus dem Jahr 1927 erzählt das bewegte Leben der preußischen Königin – von ihrer Jugend bis zur berühmten Begegnung mit Napoleon in Tilsit. Mit eindrucksvollen Bildern und großen Massenszenen prägte der Film das bis heute bekannte Bild Luises als Symbolfigur Preußens. Die Luisenkirche zeigt ausgewählte Szenen – live begleitet von Luisenkantor Jack Day an Orgel und Klavier.

Sonntag, 13. September | 19 Uhr | Café Theater Schalotte

Theater: „Immer wieder Sonntag…“

Braucht eine Stadt heute eigentlich noch Kirchen? Diese Frage stellt ein eigens für das Luisenfest entwickeltes Theaterstück, das von den Anfängen der Luisenkirche im Jahr 1708 bis in die Gegenwart führt. Gemeinsam mit den Schauspielprofis Anette Daugardt und Uwe Neumann aus dem KantTheaterBerlin bringen kirchennahe und kirchenferne Menschen die Geschichte der Luisenkirche auf die Bühne – humorvoll, überraschend und mit aktuellem Blick auf die Bedeutung von Kirche für die Stadtgesellschaft. Das Theaterstück wird im Cafe Theater Schalotte aufgeführt – nur zwei Gehminuten entfernt von der Luisenkirche.

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Termine
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