Die Künstlerinnen lassen die Betrachtenden visuell über Motive, Bildzitate und allegorisch aufgeladene Zeichen hinweggleiten, ohne sich dabei thematisch oder inhaltlich festlegen zu wollen. Vielmehr sind ihre Leinwandmalereien und Zeichnungen im besten Sinn des Wortes mehrdeutig, formulieren sie doch einen (wieder-)erkennbaren Bildkanon, der sich der präzisen Deutung und Interpretation jedoch konsequent entzieht.
Charakteristisch für die Malweise von Ewa Finn sind ihre monumentalen und oft dunkeltonigen Bildräume, in denen jedwede Lebewesen – seien es menschliche Figuren oder Tiere – weitgehend haltlos und verloren auf uns wirken müssen. Sie finden ihr kommunikatives Gegenüber weniger außerhalb des Bildes in den Betrachtenden, als vielmehr in einem inneren Dialog mit sich selbst, der Zwiesprache mit einem unklaren Gegenüber.
Ähnlich ungebunden und frei sich miteinander verschränkend platziert Katharina Poos ihr chimärenhaftes Personal auf meist unbehandelter monochromer Leinwand. Ihre sich teils überlagernden, teils durchdringenden Körper sind häufig allein durch subtile Konturen in lichten Farben skizziert. Und doch umweht sie ein Hauch von physischer Bedrohung und existentieller Not, wenn die Situationen handgreiflich werden, wenn Fratzen oder Waffen in den Bildern aufscheinen.
Beinahe schlafwandlerisch bewegen sich sowohl bei Ewa Finn als auch Katharina Poos die Figuren durch symbolische Bildräume, die keinen eigentlichen Raum bieten. Vielmehr resultiert deren Intensität aus ebenso bewussten wie unbewussten Reminiszenzen an religiöse Motive, an die Bildwelten der Romantik oder an aktuelle Pressefotografien.