Performer und Regisseur Yinon Tzafrir entwickelte den Abend gemeinsam mit seinem sechsköpfigen Ensemble über einen Zeitraum von mehr als zwölf Jahren. Die lebendig gewordenen Skulpturen setzen sich ohne Sprache, dafür mit Tableaux vivants, Physical Theatre, einem eindringlichen Soundtrack und präziser Lichtdramaturgie mit Erinnerungskultur auseinander. Der berührende und zugleich überraschend humorvolle Abend verwebt Geschichte mit Erzählungen individueller Resilienz.
Als Ausgangspunkt dient das Denkmal für die Helden des Ghettos in Warschau, das der jüdische Bildhauer Nathan Rapoport 1948 schuf. Der monumentale, zweiseitige Block aus schwedischem Labradorit erinnert an den Aufstand im Warschauer Ghetto von 1943: Während die Vorderseite überlebensgroße Bronzefiguren kämpfender Widerstandskämpfer zeigt, stellt die Rückseite eine Gruppe von Menschen auf ihrem Weg in den Tod dar. Weltweite Bekanntheit erlangte der Ort durch den Kniefall Willy Brandts im Jahr 1970 – eine symbolische Geste der Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen.
Für ihre außergewöhnliche Bühnenästhetik wurde das Ensemble bislang mit 15 internationalen Theaterpreisen ausgezeichnet, darunter auch für „Stones“ als „Bestes Stück“.
In diesem Jahr feiert das Orto-Da Theatre sein 30-jähriges Bestehen.
Zusätzliche Informationen
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