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Sprache. Macht. Welt.

Sprache ist das wichtigste menschliche Kommunikationsmittel. Sie ermöglicht Verständigung, schafft Nähe und verhandelt Zugehörigkeit. Sie ist Spiegel der Gesellschaft, Quelle von Kreativität und Austragungsort politischer Debatten.

Mobilität und Migration lassen neue Sprachräume entstehen, digitale Medien verändern unsere Ausdrucksformen und KI-Systeme eröffnen in Sekundenschnelle Zugänge über Sprachgrenzen hinweg.

Mit der Ausstellung Real Talk! Sprache. Macht. Welt. betrachtet das Museum für Kommunikation Berlin die menschliche Sprache vor dem Hintergrund einer vielfältigen, mehrsprachigen und technologisierten Gesellschaft.

Obwohl Mehrsprachigkeit weltweit der Normalfall ist, halten sich dennoch überholte Vorstellungen vom Ideal der Einsprachigkeit. In der Ausstellung soll sprachliche Vielfalt im Fokus stehen und als Mehrwert erfahrbar werden.

Die Besucher:innen sind eingeladen, in sechs Themenräumen ihre eigene Sprachwelt zu entdecken, selbst aktiv zu werden und miteinander ins Gespräch zu kommen.

1. Sprachwelten

Sprache nimmt viele Formen an. Sie kann gesprochen, gebärdet, geschrieben oder ertastet werden.

Wie menschliche Sprache entstanden ist, bleibt bis heute eine offene Frage. Der Bereich führt zu den Ursprüngen der Sprache, zeigt Verwandtschaften zwischen Sprachfamilien und fragt, was im Gehirn passiert, wenn Menschen sprechen oder gebärden. Ein interaktives Gehirnmodell macht sichtbar, wie komplex Sprachverarbeitung ist. Zugleich wird deutlich: Was Menschen durch Sprache weitergeben, ist häufig ähnlich – Wissen, Lieder, Geschichten und Legenden.

2. Vielfalt

Weltweit gibt es heute rund 7.000 Sprachen. In den meisten Ländern wird mehr als eine Sprache gesprochen. Auch in Deutschland prägt Mehrsprachigkeit den Alltag vieler Menschen. Eine digitale Weltkarte lädt dazu ein, sprachliche Vielfalt zu erkunden. An einer Hörstation erklingen Schlaflieder aus Berlin in verschiedenen Sprachen. Sie zeigen, wie Menschen Erinnerungen und Fürsorge über Sprache weitergeben – und wie viele Sprachwelten in einer Stadt zusammenkommen.

3. Identitäten

Sprache ist eng mit unserer Identität verbunden. Jugendliche drücken sich anders aus als Erwachsene, und sprachliche Codes zeigen, wem wir uns zugehörig fühlen. Sprachen, Dialekte und Ausdrucksweisen verändern sich dabei immer wieder mit unseren Lebensumständen. Im Zentrum des Bereichs stehen persönliche Sprachbiografien: Menschen erzählen, welche Sprachen ihr Leben prägen. Ihre Geschichten zeigen, dass Sprache nie nur Mittel zur Verständigung ist, sondern auch Erinnerungen, Erfahrungen und Zugehörigkeiten in sich trägt.

4. Kontakt

Durch Übersetzen, Dolmetschen und das Erlernen neuer Sprachen treten Menschen miteinander in Kontakt. Dabei gab es immer unterschiedliche Gründe, eine Sprache zu lernen: Handel, Bildung, Migration, Diplomatie, Liebe oder politische Umstände. Historische Lehrmittel, Wörterbücher und technische Geräte zeigen, wie sich das Sprachenlernen verändert hat. Beim Übersetzen wird deutlich, dass Wörter allein nicht ausreichen. Um Sprache richtig zu übertragen, braucht es auch kulturelles Wissen, Kontext und ein Gespür für Zwischentöne.

5. Macht

Sprache ist Macht. Koloniale Herrschaft hat sprachliche Hierarchien erschaffen, die bis heute sichtbar sind. Auch Begriffe formen unsere Sicht auf die Welt: Wie etwas benannt wird, beeinflusst, was wir wahrnehmen und wie wir urteilen. In repressiven Systemen wird diese Wirkung gezielt eingesetzt, um auszugrenzen oder zu manipulieren. Doch Sprache kann auch zurückerobert werden: In Spoken Word, Protest und digitalen Räumen werden Menschen laut, die sonst oft überhört werden. Mutbotschaften und Mantras zeigen, welche stärkende Kraft Worte entfalten können.

6 .Zukunft

Sprache verändert sich. Das ist kein Verfall, sondern Anpassung an neue Bedürfnisse, Medien und Lebenswelten. Im letzten Bereich geht es um die Zukunft der Sprachen: Wie verändern KI und Chatbots unseren sprachlichen Ausdruck? Wie blicken junge Menschen auf ihre Mehrsprachigkeit? Und wie setzen sich Forschende und Aktivist:innen dafür ein, bedrohte Sprachen zu dokumentieren, damit Wissen und Geschichten nicht verloren gehen? Der Blick in die Zukunft zeigt, dass sprachliche Vielfalt nicht selbstverständlich ist. Sie muss gelebt werden.

Das Teilprojekt „Sprachbiografien – Vielfalt erleben, Demokratie stärken“ innerhalb der Ausstellung wird durch die Friede Springer Stiftung gefördert.

Zusätzliche Informationen

Öffnungszeiten

  • Dienstag bis Freitag: 9 – 17 Uhr
  • Samstag, Sonntag, Feiertage: 10 – 18 Uhr
  • Jeden 3. Mittwoch im Monat 9 – 20 Uhr
  • Montag geschlossen

24.12., 25.12., 31.12., 1.1., Ostermontag, Pfingstmontag und 27.9. geschlossen

Am 19.7. bis 17 Uhr geöffnet

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