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Ansichtssache denkt künstlerische Praxis, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe zusammen. Die Ausstellung vereint Arbeiten von rund 20 Künstler:innen, die in unterstützenden Werkstattkontexten in Berlin und London arbeiten und aufgrund ableistischer Strukturen selten Zugang zu Ateliers, Ausstellungsräumen oder professionellen Netzwerken erhalten.

Der Großteil der beteiligten Künstler:innen ist in der Kunstwerkstatt Kreuzberg tätig, die 1994 aus einer Initiative des betreuten Einzelwohnens der Lebenshilfe Kreuzberg hervorging. Ergänzt werden diese Positionen durch Kooperationen mit der Berliner Thikwa Werkstatt für Theater und Kunst, in der 42 Künstler:innen hauptberuflich an künstlerischer Professionalisierung arbeiten, sowie mit der Organisation Outward, die in zehn Londoner Stadtbezirken tätig ist, um Menschen dabei zu unterstützen, ein würdevolles und sinnvolles Leben zu führen.

Sämtliche Künstler:innen gelten als „lernbehindert“, jedoch erweist sich dieser Oberbegriff schnell als völlig ungeeignet, um ihre Persönlichkeiten zu beschreiben. Zu individuell sind ihre Fähigkeiten, Defizite, Erkrankungen, Werdegänge und Strategien, mit dem Leben umzugehen. Dementsprechend versteht die Ausstellung Inklusion nicht als Zusatz, sondern als grundlegende Haltung. Sie wurde gemeinsam mit den Künstler:innen entwickelt, kuratiert und gestaltet.

Die beteiligten Künstler:innen freuen sich auf den Austausch mit dem Publikum. Denn nicht das „besondere“ Inklusionsangebot lässt sie an einem Ort wie der nGbK teilhaben, vielmehr ist es die Idee, aus der Position innerhalb einer etablierten Kunstinstitution heraus zu arbeiten, um sich als behinderte Künstler:innen aus einer selbstbestimmten Perspektive neu zu positionieren. Auf diese Weise entfaltet die Ausstellung nicht nur politisches Gewicht, sondern auch ein transformatorisches Potenzial für die Institution selbst.

Künstler:innen: Angelika Bartel, Sarah al Darwich, Rainer von Dziegielewski, Heidi Fassott, Wolfgang Fassott, Hannelore Gerdes-Kopal, Tim Hartung, Harald Krainer, Lutz Marx, Herbert Meyer, Veronika Patzuda, Pooja, Hildegard Wittur

Weitere Beitragende: Nak Nak Kunstlabor (Köln), GoGo Trash (Berlin), Kirsten Schmidt and The Outward Group (London), Thikwa Werkstatt für Theater und Kunst (Berlin), Sandra Merseburger, Gabor Scenzi, Li Li Dinh Thi, Maren Haupt

nGbK-Arbeitsgruppe: Sylvie Lazzarini, David Permantier, Susann Pönisch, Gisa Schraml und Eva Zulauf

Zusätzliche Informationen

Öffnungszeiten:

  • Di–So 12–18 Uhr
  • Fr 12–20 Uhr
Termine
Juli 2026
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