Die Suche nach dem Wir
Die Sendung lebte von der Behauptung, dass alle gleichzeitig zuschauen könnten – Familien, Freundeskreise, ganze Generationen. Ihr Reiz lag nicht nur in den Wetten, sondern in der Gleichzeitigkeit: dem gemeinsamen Staunen, Fremdschämen, Weitererzählen.
Mit dem Bedeutungsverlust des linearen Fernsehens verlor auch Wetten, dass..? seine eigentliche Macht. Was früher ein nationales Ereignis war, wurde zunehmend zum Erinnerungsformat. Die Show konnte weiter Hallen füllen, Stars einladen und spektakuläre Wetten präsentieren, aber das Versprechen, für einen Abend eine gemeinsame Gegenwart herzustellen, wurde brüchig. Sie endete nicht einfach, weil niemand mehr zusah, sondern weil die Medienordnung verschwand, die sie getragen hatte.
Aus dem Samstagabend, an dem Deutschland sich selbst beim Staunen zusah, wurde ein Abend, an dem es sich daran erinnerte, einmal gemeinsam gestaunt zu haben.
BOYS* IN SYNC ist ein europäisches Theaterkollektiv, das im Rahmen der Autor*innenTheaterTage bereits am Deutschen Theater zu Gast war und nun mit Wetten, dass. Die Suche nach dem Wir gemeinsam mit DT jung* dem Phänomen kollektiver Erfahrung in der deutschen Fernsehkultur auf die Spur geht.
Zusätzliche Informationen
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