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Land bewirtschaften und nutzen

Der Kaffee und das Brötchen am Morgen, die Baumwolle für Kleidung, das Holz, das in Möbeln steckt – Alltag ist ohne Landwirtschaft undenkbar. Sie macht satt und liefert wichtige Rohstoffe. Sie formt Landschaften und Gesellschaften.

Doch nehmen Menschen sie oft als selbstverständlich hin. Gleichzeitig wird sie kritisiert. Denn Landwirtschaft trägt auch zum Klimawandel bei, schädigt Ökosysteme und bedroht die Artenvielfalt. Dabei ist sie selbst stark von diesen Entwicklungen betroffen. Ein Teufelskreis.

Wir stehen vor großen Herausforderungen: Wie können wir alle Menschen auf der Erde gesund ernähren, ohne der Natur zu schaden? Wie können wir die Existenz der Landwirt:innen sichern? Die Politik kann gerechte Landnutzung fördern und kleine Höfe unterstützen. Bäuer:innen können Böden schützen und ihre Felder wetterfester gegen Extreme machen. Die Forschung ist längst dabei, neue Anbaumethoden zu erforschen und smarte Technologien zu entwickeln.

Und was können Verbraucher:innen tun? Sie können Produkte zum Beispiel nachhaltiger wählen. Der Themenschwerpunkt des Futuriums widmet sich der Frage, wie Menschen Land in Zukunft bewirtschaften und nutzen.

In der Ausstellung, Lab und Veranstaltungen entdeckt ihr ganz unterschiedliche Ansätze – vom KI-Einsatz über Indoor Farming bis hin zu Methoden wie Agroforst. Lasst gemeinsam herausfinden, wie wir diese Zukunftsfelder erfolgreich bestellen können!

Superland – eine Zukunftsfeld-Installation

Ein Garten inmitten grauen Betons: Kreuz und quer wachsen Holzbalken zu Spalieren zusammen, werden von Grün überwuchert und bilden ein kühlendes Blätterdach. Auf fünf Ebenen staffeln sich die Pflanzen, es sprießt und blüht.

Die Installation „Superland“ von Parzelle X – Büro für Landschaftsarchitektur und Naturpädagogik und Künstler Benjamin Frick bringt den Themenschwerpunkt „Zukunftsfelder“ auf ganz eigene Weise ans Futurium. Ob Ernährungssicherung, Klimawandel oder Biodiversitätsverlust – die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die Installation zeigt Bausteine für Lösungen: unter anderem neues und ganz altes Saatgut, ein Moor, einen Waldgarten. Und sie spricht alle Sinne an – mit dem Grün der Pflanzen, dem Summen der Insekten, dem Geruch von Erde und Blüten. Selbst das unterirdische Bodenleben wird erfahrbar, wenn die unsichtbaren Prozesse im Boden akustisch verstärkt und als Vibrationen hautnah am Körper erspürt werden können. „Superland“ ist ein lebendiges System zwischen Kunst und Wissenschaft, das wächst und sich stetig verändert – allen Widrigkeiten des Alltags zum Trotz.

In der Ausstellung

Vor mehr als 10.000 Jahren begann die Menschheit mit Ackerbau und Tierhaltung. Seither hat sich das Leben der Menschen wie auch das Gesicht unserer Erde mit zunehmendem Tempo verändert. In der Ausstellung erfahrt ihr, welchen Aufgaben rund um die Landwirtschaft und Landnutzung wir uns heute und in Zukunft stellen müssen – und an welchen Lösungen bereits gearbeitet wird.

Das Spiel zur solidarischen Landwirtschaft

Viele Menschen wollen sich regional ernähren und mehr über die Herkunft ihrer Lebensmittel wissen. Gleichzeitig müssen immer mehr kleine landwirtschaftliche Betriebe aufgeben. Um mehr Höfe zu erhalten, braucht es ganzheitliche Lösungen von Politik und Wirtschaft. Ein im Kleinen erprobter Ansatz ist die solidarische Landwirtschaft (SoLaWi). In einem Spiel in der Ausstellung könnt ihr erfahren, wie das funktioniert: Werdet „Mitglieder“ eines Bauernhofes, erlebt ein Erntejahr und trefft gemeinsam Entscheidungen!

Indoor-Farming – die Stadt als Bauernhof

An einem drehbaren Miniaturhaus erfährst du mehr darüber, wie weltweit wichtige Grundnahrungsmittel auch in der Stadt angebaut werden könnten. Zum Beispiel mit speziell für die Raumfahrt gezüchtetem und extrem schnell wachsendem Zwergweizen, der auch in Innenräumen wächst. Stellt euch vor: Ein Hochhaus, in dem die Pflanzen in 100 Schichten übereinander wachsen. Aber auch in alten Fabrikgebäuden oder leerstehenden Büros könnten Gemüse und Kräuter gedeihen. Doch der Platz in Großstädten wird vielerorts immer begehrter. Wie können Städte langfristig einen Teil ihrer Lebensmittel selbst herstellen? Im Futurium entdeckt ihr Visionen und Ideen zur urbanen Landwirtschaft.

Agri-Photovoltaik

Nutzen Menschen eine Fläche, um darauf Nahrungsmittel anzubauen oder um Energie zu erzeugen? Für beides gibt es wenig Platz. Umso besser, wenn sie Flächen doppelt verwenden können. Dies funktioniert, wenn Solarzellen nicht auf, sondern hoch über den Feldern stehen. Oder warum nicht Solaranlagen auf Seen schwimmen lassen? Das Wasser kühlt die Panels und macht sie effizienter. Dabei werden Flächen an Land frei, auf denen zum Beispiel Landwirtschaft betrieben werden kann. Energie gewinnen, Artenvielfalt fördern und Landwirtschaft stärken: Der Solar Park Spitalhöfe in Villingen-Schwenningen zeigt, wie’s geht!

Half-Earth

Schon heute stehen viele Flächen unter Naturschutz. Doch der tastbare Globus „Die halbe Erde“ zeigt, dass Gebiete mit besonders vielen seltenen Arten bislang nicht geschützt sind. Wie können unterschiedliche Formen der Landnutzung mit dem notwendigen Naturschutz vereinbart werden? In der Ausstellung entdeckt ihr dazu einige Vorschläge. Schon jetzt könnt ihr in diesem Interview mit der Wissenschaftlerin Antje Boetius hören, warum Biodiversität so wichtig ist, wie Natur bewahrt werden, und was jede:r von uns dazu beitragen kann. Besucht die neuen Zukunftsfelder-Exponate der Dauerausstellung.

Im Lab

Future Landscape Simulator

Hier wird Land zu einem Ort der Entscheidung: Was gewichtet ihr höher – Nahrungsmittelproduktion oder Biodiversität? Stadtentwicklung oder Renaturierung? Orientiert ihr euch eher am Jetzt oder am Morgen?

Ausgangspunkt des „Future Landscape Similator“ ist die Frage, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft aussehen kann, die Ökologie, Ernährungssicherheit und soziale Gerechtigkeit miteinander in Einklang bringt. Und dafür seid ihr gefragt: Setzt mit Bausteinen eure Landschaften zusammen – mit Äckern, Wäldern, Feuchtgebieten, Siedlungen, Solarfeldern. Die physisch gebauten Strukturen werden in einer digitalen Projektion zum Leben erweckt. In Echtzeit könnt ihr erleben, wie sich die von euch gewählten Anbaumethoden und Landnutzungen auf Umwelt, Erträge und gesellschaftliche Strukturen auswirken.

Doppelte Ernte

Einmal Perspektivwechsel bitte: Mit „Doppelte Ernte“ erkundet ihr interaktiv in virtuellen Landschaften, wie nachhaltige Landwirtschaft in der Praxis aussehen könnte. An der ersten Station tuckert ihr mit einem Traktor durchs Thema Agri-Photovoltaik. Hier verbinden sich Energieproduktion mittels Photovoltaik und Landwirtschaft auf einer Fläche. Welchen Vorteil es hat, wenn Bäume und Sträucher mit Ackerkulturen ein Ganzes bilden, erlebt ihr an der zweiten Station – ein Rundgang durch den Agroforst zeigt, wie diese naturnahe Bewirtschaftungsform die Artenvielfalt fördert. An der dritten Station seid ihr als Hummel unterwegs und erkundet die eindrucksvolle Mikrowelt in ihrer ganzen Vielfalt. Vergesst nicht, Feedback zu geben – wir werten eure Erwartungen, Einschätzungen, Hoffnungen und Ängste zum Erlebten im Anschluss aus.

Shared Grounds

Hier steht der Boden im Zentrum: „Shared Grounds“ lädt zum Mitdenken und Miterfinden ein. Die partizipative Installation versteht sich als Spielfeld für Gedanken, Ideen und Modelle Installation und wächst durch eure Inputs stetig weiter. In Workshops entwickelt ihr kreative Prototypen zu Themen wie Bodengesundheit, Wasserstress oder gerechtem Zugang zu Land, die dann die Installation bereichern. So wird „Shared Ground“ ein kollektives Bild möglicher Zukünfte und regt immer wieder zu Diskussion und Reflexion an. Hier erfahrt ihr mehr.

Unsichtbares – Sichtbares

Wenn wir eine Pflanze betrachten, bleibt uns vieles verborgen. Wie wächst sie etwa unter der Erde? Um das Zusammenspiel von Pflanze, Boden und Umwelt besser zu verstehen, können digitale Technologien helfen. Kameras, Sensoren und Algorithmen erfassen Informationen, die für das menschliche Auge oft unsichtbar bleiben. So lernen wir, die Sprache der Pflanzen zu verstehen und Ressourcen bewusster einzusetzen. Zwei Wandbilder zeigen, wie diese Technologien eingesetzt werden können. Hier erfahrt ihr mehr.

Neue Audioguide-Tour

Ihr möchtet in der Ausstellung alle Exponate zur Landwirtschaft finden? Mit der neuen Thementour „Zukunftsfelder“ kein Problem! Sie bringt euch gezielt zu den richtigen Stationen und liefert euch dazu jede Menge Wissenswertes. Und das Gute ist: Ihr müsst nichts herunterladen! Einfach mit dem WLAN verbinden, eigene Kopfhörer mitnehmen, Seite aufrufen und schon geht's los!

Zusätzliche Informationen

Öffnungszeiten

  • Mo, Mi, Fr, Sa, So: 10:00 – 18:00 Uhr
  • Do: 10:00 – 20:00 Uhr
  • Di: geschlossen
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