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Die DEAD LADIES SHOW ist eine Reihe unterhaltsamer und inspirierender Vorträge über Frauen, die trotz aller Widrigkeiten Erstaunliches geleistet haben. Jede Show wird von leidenschaftlichen Fürsprecherinnen allzu oft vergessener Frauen moderiert, die ihr treues Publikum zu einer (gewissermaßen) verführerischen Séance einladen, um diese beeindruckenden Ikonen, ihre turbulenten Leben und ihr unvergängliches Vermächtnis zu feiern.

Diesen Juni präsentieren wir euch unser beliebtes zweisprachiges Format mit erneut faszinierenden Vorträgen auf Englisch oder Deutsch.

Begegnet den Geistern einer bahnbrechenden Designerin, einer vielgelobten Exilautorin und einer stolzen Hausangestellten in einer Show, die noch mehr faszinierende Fakten und historische Einblicke verspricht.

Unsere leidenschaftlichen Moderatorinnen sind diesmal eure geliebte Co-Moderatorin KATY DERBYSHIRE, die großartige deutsche Literaturkünstlerin LEA KUBENECK und unsere podtastische Produzentin SUSAN STONE. Das Ganze wird natürlich von eurem anderen geliebten Co-Moderator FLORIAN DUIJSENS zusammengehalten.

Wie immer erwartet euch ein charmantes Publikum und eine herzliche und unterhaltsame Atmosphäre.

Standardtickets kosten 10 € und der ermäßigte Preis beträgt 4 €. Da es ein Sonntag ist, fangen wir früher an. Einlass ist um 18:30 Uhr – kommt pünktlich, um einen guten Platz zu ergattern!

MARGARETE SCHÜTTE-LIHOTZKY (1897–2000) ist bekannt dafür, 1926 die Frankfurter Küche erfunden zu haben, die erste Einbauküche, die sauberes und komfortables Kochen in Arbeiterhaushalten ermöglichen sollte. Die in Wien geborene Architektin war die erste Frau, die an der dortigen Kunstgewerbeschule studieren durfte und dort ihren Abschluss machte. Sie entwarf Sozialwohnungen, Kindergärten, Schulen und vieles mehr – zunächst in Frankfurt, später im stalinistischen Magnitogorsk. Unter den Nazis verließ sie ihr sicheres Exil in Istanbul, um in Wien Kontakt zum kommunistischen Widerstand aufzunehmen, wurde jedoch verhaftet und mehr als vier Jahre lang inhaftiert. Das Nachkriegsösterreich war nicht freundlich zu Kommunisten, doch sie fand Arbeit in Bulgarien, China, Kuba und der DDR. Sie lehnte eine Ehrung durch den ehemaligen Wehrmacht-Geheimdienstoffizier Kurt Waldheim ab und verklagte den wegen Trunkenheit am Steuer verurteilten Rechtspopulisten Jörg Haider; sie wurde 102 Jahre alt.

ÁGOTA KRISTÓF (1935–2011) verließ 1956 ihre Heimat Ungarn, nachdem sowjetische Panzer den dortigen Aufstand niedergeschlagen hatten. Sie floh in die Schweiz und lernte schließlich Französisch, das zu ihrer Schreibsprache wurde. Sie beschrieb ihr Schreiben als „Rache für mein trauriges Leben als Hausfrau und Arbeiterin“ – und es ermöglichte ihr, ihren Job in einer Uhrenfabrik zu kündigen und ihren ersten Ehemann zu verlassen. Sie schrieb Prosa und Theaterstücke über sich selbst und ihre ungarischen Landsleute, über die Grausamkeit des Krieges gegenüber Zivilisten, über den Schmerz des Exils – voller „nicht nur Mord, Inzest und Bestialität, sondern auch hinterhältiger Doppelgänger, Lügen und überraschender erzählerischer Wendungen“. Ihre Werke wurden europaweit mit Preisen ausgezeichnet, verfilmt und dienten als Inspiration für ein Videospiel.

HANNAH CULLWICK (1833–1909) war Hausangestellte im viktorianischen England. Wir wissen von ihrem Leben aufgrund ihrer unkonventionellen Beziehung zu einem Anwalt und Philanthropen, der sie dazu ermutigte, ausführliche Tagebücher zu führen. Sie begann im Alter von acht Jahren zu arbeiten und wurde mit vierzehn zur Waise, woraufhin sie in verschiedenen Haushalten im ganzen Land Arbeit annahm. Sie identifizierte sich stark mit ihrer Rolle als Frau aus der Arbeiterklasse und war stolz auf ihre körperliche Stärke. Hannah und ihr späterer Ehemann teilten einen Fetisch für Schmutz, und sie hatte besonderes Interesse daran, Herr-und-Diener-Rollenspiele nachzuspielen. Sie nahmen die aufkommende Fotografieindustrie begeistert auf, wobei Hannah viele verschiedene Verkleidungen annahm, die uns noch mehr über sie verraten. Trotz ihres späteren finanziellen Wohlstands arbeitete sie bis kurz vor ihrem Tod weiter.

Susan Stone ist eine in den USA geborene, in Berlin lebende Journalistin, die über Kultur, gesellschaftliche Themen und Wirtschaft schreibt, wobei ihr Schwerpunkt auf Deutschland und Europa liegt. Ihre Beiträge erscheinen in der Los Angeles Times, bei WWD und auf Spiegel Online und werden von NPR, Monocle24, PRI’s The World, dem BBC, der Deutschen Welle und Radio Netherlands Worldwide ausgestrahlt. Vor allem aber produziert sie unseren monatlichen Podcast „Dead Ladies Show“.

Lea Kubeneck war Herausgeberin des gedruckten Stadtmagazins City Brief in Hamburg und Basel. Sie hat als Konzepterin und Texterin für Agenturen gearbeitet, ist seit 2024 freiberuflich in der Buchbranche tätig und unterrichtet an der LMU München sowie an der Universität Potsdam im Bereich Buch- und Medienwissenschaft. Seit 2018 ist sie außerdem bildende Künstlerin und verwandelt mit ihrem Projekt colorit literarische Texte in abstrakte visuelle Werke.

Katy Derbyshire ist Mitbegründerin und Co-Moderatorin der „Dead Ladies Show“. Außerdem übersetzt sie zeitgenössische deutsche Autoren ins Englische, darunter Judith Hermann, Clemens Meyer und Inka Parei. Sie hat literarische Übersetzung in New York, Neu-Delhi und Norwich unterrichtet und leitet zudem den Verlag V&Q Books, der herausragende Literatur aus Deutschland veröffentlicht.

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