Common Exceptions: Film-Screening
Hao Are YouR.: Dieu Hao Do, 2023, Deutschland, 93', Deutsch, Kantonesisch, Vietnamesisch mit englischen Untertiteln
Nach der Eroberung Saigons am 30. April 1975 durch nordvietnamesische Truppen flohen über 1,5 Millionen Menschen vor den neuen kommunistischen Machthabern. Viele der Geflüchteten, darunter auch die Familie von Dieu Hao Do, gehörten der chinesischen Minderheit in Vietnam an. In Hao Are You geht der Regisseur der Zersplitterung seiner Familie nach, die durch den von den USA geführten Krieg in Vietnam über drei Kontinente verstreut wurde. Fast fünfzig Jahre nach ihrer Flucht ist der Kontakt zwischen den Familienmitgliedern fast vollständig abgebrochen. Der Film untersucht, wie sich die Traumata durch Verfolgung und Gewalt in den Körpern und Seelen der Überlebenden und ihrer Kinder festgesetzt haben.
Im Anschluss Q&A mit Dieu Hao Do
Mit Dieu Hao Do, Can Sungu
Zu Common Exceptions:
Die Filmreihe Common Exceptions versammelt aktuelle filmische Positionen aus dem deutschsprachigen Raum, die Migration als selbstverständlichen Teil gesellschaftlicher Realität begreifen. Lange Zeit wurden migrantische Erfahrungen im deutschen Kino nur aus der Außensicht erzählt – geprägt von Klischees, didaktischen Blicken und reduzierenden Zuschreibungen. Erst seit den 1990er Jahren begannen Filmschaffende, deren Eltern als Migrant*innen nach Deutschland kamen, ihre eigenen Geschichten zu erzählen und damit neue Perspektiven zu eröffnen. Doch diese Öffnung blieb fragil, die Entwicklung verlief stockend. Es dauerte lange, bis eine neue Generation von Filmemacher*innen den pluralen Erzählweisen im deutschen Film neue Impulse verleihen konnte.
Common Exceptions präsentiert Werke dieser jungen Generation, die genau hier ansetzen. Ihre Filme verweigern sich der Rechtfertigung der eigenen Existenz oder dem Zwang zur Erklärung. Migration erscheint hier als Selbstverständlichkeit, nicht als dramaturgischer Ausnahmezustand. Mit Gelassenheit und Humor, zugleich komplex und präzise, formulieren sie eigene Positionen jenseits der Zuschreibungen von außen. Ob autofiktional, dokumentarisch oder essayistisch: Die Filme brechen mit etablierten Mustern, verbinden Intimität mit politischer Schärfe und entwickeln eigenständige filmische Formen. Sie sind plural, queer, intersektional und bewusst unberechenbar, wirken kompromisslos, provokativ und empowernd. Ihre besondere Stärke liegt im produktiven Widerspruch, weder gewöhnlich noch außergewöhnlich sein zu müssen. In diesem Sinne verweisen sie auf eine vielversprechende Zukunft des deutschen Films.
Common Exceptions verbindet Filmvorführungen mit Gesprächen und diskursiven Formaten. In Zusammenarbeit mit Berliner Filminitiativen und Netzwerken, die sich langfristigem Engagement verschrieben haben, entsteht so ein Raum für Austausch, Vernetzung und nachhaltige Zusammenarbeit.
Zusätzliche Informationen
Termine
April 2026
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